Kann man sich zuviel kümmern?

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    • Kann man sich zuviel kümmern?

      Ich habe ein Schwestern-Paar, 3 Jahre, seit Dezember 2016. Typische Bengalen. Die eine sehr agil, die andere eher ruhig.

      Bis 2014 hatte ich eine Hauskatze. Ich hatte mich zu dieser Zeit nie mit dem Thema "Katzen" beschäftigt. Ich habe nie gegoogelt. Sie bekam Katzenfutter vom Discounter, sie hatte keinen Katzen-Kumpel, ich war 5 Tage die Woche arbeiten... sie war lieb, ruhig, nie krank... ich war super glücklich mit ihr. Es war alles total einfach. Machte mir nie Sorgen, sie lebte einfach mit uns.

      Jetzt habe ich "alles richtig" gemacht: ich habe mich vorher informiert, ewig gegoogelt, habe ZWEI Katzen, arbeite nur 3 Tage die Woche (bin also 4 Tage mit ihnen zusammen), ich beschäftige sie oft, kaufe das richtige Futter, habe zig Kratz- und Klettermöglichkeiten, Spielzeug etc.
      ABER: jetzt mache ich mir ständig Sorgen!!!

      Ich habe immer das Gefühl, dass ich ihnen alles Recht machen muss, aber es nicht kann. Wenn gemauzt wird, denke ich immer, sie sind unterfordert und wollen spielen. Sie wollen aber gar nicht spielen. Dann gebe ich ihnen Leckerlis. Die nehmen sie natürlich. Wenn sie das Futter nicht fressen, stelle ich eine andere Sorte hin.

      Ich renne ihnen also ständig hinterher. Ich weiß nicht, wie ich das erklären soll. Ich habe das Gefühl, dass ich für sie ständig rund um die Uhr da sein muss, sonst habe ich ein schlechtes Gewissen. Es tut mir weh, wenn ich die Wohnung verlasse. Wenn der Futternapf leer ist, lege ich sofort nach. Wenn sie miauen, fange ich an zu spielen.

      Mein Leben dreht sich nur noch um sie.
      Gestern Abend wollte mein Mann mit mir etwas bereden. Er fing an zu sprechen. Die beiden standen hinter mir, miauten... also widmete ich mich sofort ihnen. Da war mein Mann stinksauer. Zu Recht. Ich habe das gar nicht gemerkt, dass ich ihn habe stehen lassen.

      Wenn ich auf der Arbeit bin, denke ich nur an sie. Ob ihn ihnen fehle, ob sie Langeweile haben... ein schreckliches Gefühl.

      Die eine miaut auch ständig. Egal, was ich mache. Ich habe das Gefühl, es ist nicht genug. Ich frage mich, warum macht sie das? Ist sie unzufrieden? Was will sie? Sie hat doch alles???

      Ich hoffe, ich habe das ein bisschen verständlich erklärt.
      Bin ich ZUVIEL für sie da? Mache ich zuviel für sie? Mein Mann und meine Tochter sagen: JA. Wenn ich mal nicht da bin und sie sind mit den Katzen alleine, dann sind sie nicht so. Sie rennen ihnen nicht die ganze Zeit hinterher und schreien. Was mache ich falsch? Wie komme ich da raus??? Aber ich habe keine Ruhe mehr für mich. Selbst wenn ich mal einen Film schaue oder was lese... kommen sie an, dann unterbreche ich meine Sachen.

      Habt ihr Tipps, wie ich mich verhalten soll, OHNE ein schlechtes Gewissen zu haben, dass ich mich nicht genug um sie kümmere??? Ich bin echt verzweifelt und wünschte mir manchmal sogar meine "alte" Katze zurück, die doch so unkompliziert war :( Es ist nur noch anstrengend für mich. Das macht mich fertig :( Ich liebe die beiden über alles, aber man kann auch zuviel geben oder??? Es stresst mich.
    • Das sind eben Bengalen, sie Miauen und erzählen viel daran muss man sich gewöhnen. Mein Kater erzählt den ganzen Tag die Katzen hingegen kaum das bedeutet aber nicht das ihnen was fehlt.
      Wenn ich nach Hause komme wird auch erst mal ganz wild erzählt... das machte Django der Kater aber schon als Baby nur bei mir weil ich mit Ihm spreche ich antworte Ihm regelrecht oder frage Ihn und das ist seine Reaktion. Mein Tipp: versuch es zu Ignorieren, rede weniger mit Ihnen. Es wird einige Zeit dauern weil Sie sich daran gewöhnt haben aber das wird besser. Beginne das Spielen wenn sie nicht Miauen.

      Wenn Bengalen zu Langweilig ist, dann würden sie Ihren Unmut eher durch Zerstörung oder Unsauberkeit äußern und weniger durchs Miauen.

      Wenn ich bei Freunden bin die normale Hauskatzen haben, finde ich es sogar seltsam das sie keine Geräusche von sich geben :1f602: :1f602: :1f602: .
      <3 Eine Katze ist ein Herz auf 4 Pfoten <3
    • Sie haben gelernt das es was gibt wenn sie Miauen daher fordern sie es auch ein :-) Versuch ihnen alles zu geben aber am besten immer dann wenn sie ruhig sind.
      Aber wenn ich Freunde zu besuch habe und Django seine 5 Minten bekommt dann werde ich oft gefragt ob er schmerzen hat :1f605:

      Ja sie sind total unterschiedlich :D Er ist deutlich aktiver aber Sie ist die mutige. Er will mehr spielen und mehr kuscheln sie ist eher die Beobachterin. Sie ist die verfressene und er mein Hungerhacken. Er ist ein kleiner Schreihals erzählt viel wenn er aufs Klo geht oder wenn mit ihm geschimpft wird sie hingegen erzählt wenig aber daran merke ich das sie woanders aufgewachsen ist. Ihn habe ich mit 12 Wochen bekommen und Destiny ist mit 2 jahren zu mir gekommen.

      Bengalen sind schlau und wissen ganz genau wie sie uns was beibringen :1f602: :1f602:
      <3 Eine Katze ist ein Herz auf 4 Pfoten <3
    • Hy,
      Ich hatte am Anfang dieselben Probleme wie du Zuri.
      Ich bin mit Hunden groß geworden, mit Katzen hatte ich bis dato nichts am Hut. Wir haben unsere zwei Fellknäuel jetzt seit 15 Monaten. Die erste Zeit hab ich auch bei jedem miauen und Gemotze reagiert (ging bis ca Februar) seitdem versuche ich es lockerer an zu gehen.
      Unser Oskar erzählt auch viel und Lilli ist eher die Stille.

      Versuch einfach locker zu werden und nicht gleich zu reagieren.
    • Danke Liskar, das beruhigt mich, dass es anderen auch so geht.

      Ich muss immer an unsere Hauskatze denken, die wir 17 Jahre lang hatten. Das ganze Gegenteil. Bengalen sind eben doch sehr speziell.

      Ich habe das Problem, dass ich denke, ihnen nicht gerecht zu werden. Ich reagiere immer sofort. Ich renne und mache immer gleich. Lasse alles stehen und liegen.

      Was ich auch immer mache: ich streichle sie sofort, wenn sie mautzen. Das ist sicherlich auch ein Fehler oder? Denn dann unterstütze ich das Ganze ja noch.
    • Hallo,
      ich habe einen Bengalmischling, und der ist am allerglücklichsten,wenn er draussen ist.
      Ich kann schon so viel an seinem Gesicht ablesen, von daher hab ich auch dauernd ein schlechtes Gewissen,
      weil er in der Wohnung leben muss, und, ich würde, von meiner Erfahrung her sagen wollen,
      darunter leiden sie, Kater vllt. noch ein bisschen mehr.
      Kannte sonst nur EKH,und Siam- gar kein Vergleich!
      LG,Leo
    • Mh unsere zwei sind glücklich auch wenn sie reine Hauskatzen sind. Wir spielen halt viel mit Ihnen und knuddeln sie viel.

      Naja zuri wie gesagt du musst lockerer werden. Ich weiß ist leicht gesagt, aber versuch nicht immer gleich zu rennen. Sie lieben dich auch, wenn du nicht gleich rennst.

      Unsere haben sich jetzt angewöhnt vor der Küchentür zu miauen, wenn sie Hunger haben und bringen die Spielzeuge, wenn sie spielen wollen. Oder stehen vor der Schublade wo die Spielsachen drin sind.
    • Liebe Zuri

      Ich verstehe dich genau - ging/geht mir oft auch so. Man will ja alles richtig machen und Probleme (da Bengalkatzen oft auch sehr sensibel sind) gar nicht erst entstehen lassen... ich habe auch oft ein schlechtes Gewissen, wenn ich an einem Tag mal zuwenig mit den beiden gespielt habe (und unsere sind Freigänger) - aber ganz wichtig ist, wie schon manche gesagt haben: nicht direkt reagieren wenn miauen - warte ein paar Minuten - sonst erziehen sie dich ganz rasch :D - sie sind hat einfach clever ;)

      Ein Mittelweg ist sicher nicht schlecht - Aufmerksamkeit brauchen sie viel, keine Frage, aber du bestimmst wann... du gewöhnst dich schnell daran, und deine Katzen sicher auch :love:

      Liebe Grüße Claudia
    • Mich würde auch interessieren, wie sich bei dir alles entwickelt. Mir geht es sehr ähnlich. Seit wir Juma bekommen haben, gilt meine ganze Aufmerksamkeit ihm, ich spreche, spiele, antworte auf jedes Geräusch. Wenn ich nachts wachwerde, stehe ich auf und wenn ich ihn nicht höre, gehe ich ihn suchen. Meistens liegt er dann einfach an seinem Lieblingsplatz und pennt. Das Schlimme ist, dass ich mir die ganze Zeit Sorgen machen könnte, ihm könnte etwas passieren, er könnte krank werden, oder schon krank zu uns gekommen sein. Schläft er zu viel? Schreit er zu viel? Trinkt er genug? Frisst er genug? Mein Freund ist ganz entspannt und selbstverständlich und locker mit ihm, aber der hatte auch sein ganzes Leben immer Katzen. Ich sage mir die ganze Zeit, dass es leichter wird, je mehr wir uns aneinander gewöhnen. Wie läuft es bei dir?

      LG
      Juli
    • Liebe Aneta,

      ich halte durch :thumbsup: und es ist wirklich unglaublich. Die "Meckertante" gibt es nach immer kürzeren Abständen auf. Ich springe nicht mehr bei jedem Miauen. Ab und zu schon noch, aber ich bin auf einem guten Weg. Es fällt mir halt immer schwer, weil ich denke, dass sie dann leiden. Sie können sooo schöne Töne von sich geben. Herrlich. Das tut mir dann ab und zu noch irgendwie leid, wenn ich sie ignorieren muss.

      Also ich bleibe am Ball. Danke für eure Tipps
    • Hallo Juli...

      ich kenne das so gut. Genauso ging/geht es mir auch. DU musst lernen, damit umzugehen. Der Katze geht es gut, auch wenn man sich mal nicht kümmert.
      Ich bin auch schon nachts aufgestanden. Ich bin auch ständig suchen gegangen, wenn ich mal keine Geräusche gehört habe. Lerne, entspannt zu sein. Ich bin grad dabei. Es klappt nicht auf Anhieb. Das dauert. Aber es wird besser
    • Ich denke, dass die Katzen davon sicherlich genervt sind, wenn man ständig um sie rumspringt und sich sorgt. Das merken sie ja auch. Wenn sie satt sind, ihre Spiele-Einheiten kriegen... dann ist alles in Ordnung.
      Miauen deine auch viel? Daran musste ich mich auch gewöhnen, dass Bengalen richtige Plaudertaschen sind. Sie reden und reden und reden... sieh es positiv ;)
    • Hihi, danke für deinen Rat und den positiven Ausblick. Juma ist gerade erst zu uns gekommen und deshalb auch noch allein, weil wir möchten, dass er sich erst an uns und die neue Umgebung gewöhnt. Er miaut viel, allerdings nur wenn er sich davon Aufmerksamkeit/ Streicheleinheiten/ Futter erhofft. Und ich weiß ja auch, dass er dann nicht gequält ist oder ihm was fehlt. Aber man ist es von den EHKs nicht gewöhnt, die "sprechen" ja meistens nur, wenns wirklich sein muss. Sein Gebrabbel stört mich auch nicht, wer mal Hunde hatte, kennt das. Wenn er alleine ist, hält er die Klappe. Außerdem benutzt er sein Katzenklo ganz fein, spielt, frisst und macht nichts kaputt. Er hat sogar den Kratzbaum angenommen, den ich ihm gebaut habe. Damit will ich sagen: ER macht alles richtig, wirkt entspannt und nimmt die neue Situation mit Neugier und Interesse. ICH bin diejenige die überall Krankheiten und Gefahren sieht. Aber es ist auch einfach eine ganz andere Form der Zuneigung und des Verantwortungsgefühls, das man für so ein Tier spürt. Ich weiß eben, dass er darauf angewiesen ist, dass wir es ihm schön machen und ich will ihm so gut wie möglich gerecht werden. Wie gesagt: Danke für deine Geschichte. Es tut mir schon gut zu wissen, dass ich nicht die Einzige bin, die am Anfang etwas vorsichtiger ist.. :)
    • Ich war anfangs in einer ähnlichen Situation.

      Mein Mann ist sein Leben lang mit Katzen zusammen gewesen und hat dementsprechend Erfahrung. Ich hatte noch nie eine Katze. Als wir uns die beiden Mädels ins Haus geholt haben, habe ich auch sehr viel gelesen und mich informiert. Anfangs habe ich auf das Mauzen auch reagiert, aber mittlerweile kann ich das sehr gut unterscheiden.

      Asura beispielsweise mauzt immer wenn sie sich ein Plätzchen zum Schlafen ausgesucht hat. Sie fängt an zu treteln und erzählt dann ganze Geschichten. Das geht dann 4-5min, bis sie sich endlich einrollt und schläft. Sobald sie aufwacht, geht sie eine Runde durch die Räume um zu schauen ob sich was verändert hat und auch das wird ausgiebig kommentiert. Sie will in den Momenten weder spielen, noch Futter o.ä., aber das musste ich auch erst einmal lernen. Anavi hingegen mauzt sehr oft, wenn sie neben einem steht und auf den Schoß möchte.

      Sie miauen ständig, wenn sie daliegen und sich umdrehen, wenn ein Käfer o.ä. in der Wohnung ist, wenn sie in Decken wühlen, eine Tür verschlossen ist, die Futterzeit ansteht und und und.
      Wenn etwas wirklich "wichtig" ist, hört man das sofort. Anavi hatte sich mal die Pfote eingeklemmt und bei dem Geräusch wusste ich sofort, dass dies mein sofortiges Handeln erfordert.

      Wichtig ist nur, dass ihr nicht darauf wartet, dass etwas passiert. Genießt die Zeit und freut euch, wenn sie so gesprächig sind :love: