Diverse Fragen VOR Bengal-Anschaffung - Speziellere Dinge, die man nicht googlen kann ;-)

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    • Diverse Fragen VOR Bengal-Anschaffung - Speziellere Dinge, die man nicht googlen kann ;-)

      Erst einmal Hallo allerseits! :D

      Vorab - bitte um Entschuldigung für den riesen Text :)
      Aber es geht hier um das Leben und Glück eines Tieres und da möchte ich ALLES vorher klären, bevor wir diesen Schritt gehen.

      Wir sind ein sehr katzenliebendes Pärchen (31 und 29 Jahre alt), das bereits im Besitz eines 3 Jahre alten, reinrassigen Britisch Kurzhaar Katers ist und diesem gerne einen (neuen) Spielgefährten schenken würden.

      Kurze Hintergrundinformation: Wir hatten bis vor Kurzem noch einen 5 Jahre alten Perser, der sich aber in seiner Gegenwart nicht wohl gefühlt hat. Perser sind ja sehr spezielle Geschöpfe und eher sanftmütig und ruhig, der junge Brite hingegen selbst für seine Rasse enorm verspielt, neugierig, voller Jagd- und Tatendrang und auch kuschelbedürftig. (Bevor mich jetzt alle verteufeln - ich hätte die zwei NIEMALS zusammengeführt; der Perser ist eine "Hinterlassenschaft" des Exfreundes gewesen...)
      Schweren Herzens mussten wir uns also von dem Perser trennen, da besonders ich den Eindruck hatte, dass er bei uns einfach nicht glücklich war, auch fehlte ihm an Aufmerksamkeit. Damit lag ich auch richtig, denn eine Bekannte von uns hat ihn genommen (65Jährige alleinstehende Rentnerin mit bereits einer Perserdame) und dort geht es ihm sichtlich besser (er ist jetzt wieder stubenrein, ist viel weniger ängstlich und versteht sich auch mit der Perserdame blendend).

      Nun aber zum eigentlichen Thema:
      Dass der sehr verspielte und schmusebedürftige Brite nicht alleine bleiben darf, versteht sich von selbst. Hinzu kommt, dass wir beide vollzeit arbeiten, und er somit tagsüber etwa 8 Stunden alleine ist. Geht natürlich gar nicht!
      Also muss ein neuer Kumpel her, und zwar einer, der seinen Spieldrang und seine, ich nenne es mal Hyperaktivität teilt. ^^

      Nun bin ich ja schon seit je her ein riesen Fan von Bengals, insbesondere wegen ihrer grandiosen Fellzeichnung, aber auch wegen ihres Charakters. Ich habe mich auch schon ausführlich mit ihren Vor- und Nachteilen und den Ansprüchen an die Haltung befasst. Dazu habe ich nun noch ein paar Fragen, die diverse Videos, Blogs, Seiten und Google nicht vollständig beantworten konnte:

      - Zur Katze selber: Wir würden den Bengal gerne als Baby zu uns nehmen, also etwa 12+ Wochen alt, und selbstverständlich nur bei einem seriösen Züchter kaufen. Ich habe häufig gelesen, dass ein Bengal im Schnitt zwischen 800 und 1200 € kosten soll.
      Nun finden sich bei EbayKleinanzeigen, Markt.de oder Kalaydo immer mal wieder Bengal-Babys für 400 €. Allerdings sind diese Anbieter auch seriös wirkende Züchter (wirkt zumindest so auf mich), die immer dazu schreiben, dass alle Papiere vorhanden sind, Impfung, Chip etc. alles da. Auch schreiben die meisten explizit, dass er ausreichend sozialisiert ist, was bei Bengals ja sehr wichtig ist. Ist das dann wirklich ein Schnäppchen, oder MUSS etwas faul sein bei dem Preis? Worauf sollte ich bei solchen Internetangeboten noch achten?
      Zweite Frage: Unser Britisch Kurzhaar ist ein kastrierter Kater. Meine Freundin sagt, die Chance dass die beiden sich vertragen ist höher, wenn man einen zweiten (kastrierten) Kater holt. Könnt ihr das bestätigen, oder ist das bei Bengals egal, da sie sich ja allgemein sehr gut mit anderen Tieren vertragen?


      - Zur Situation vor Ort: Wir leben in einer 3 1/2 Zimmer 65 qm Wohnung im Erdgeschoss. Das Haus gehört aber meinem Schwager, also können wir es vollständig nutzen. Nun hat der Schwager leider eine Katzenhaar-Allergie, weswegen der Bengal (ich weiß, dass er sehr viel Platz zum Toben möchte) leider nur in unserer Wohnung bleiben kann - ABER: Dafür kann er in den (großen) Garten. Ich müsste ihn hier allerdings auf den Arm nehmen und entweder vorne aus dem Haus heraus in den Garten hoch, oder oben durch die Wohnung tragen. Lassen sich die Bengals überhaupt auf den Arm nehmen? Sind ja ganz schöne Kälber so von der Größe her :D
      Nun meine Frage zum Toben im Garten: MUSS der Garten von allen Seiten gesichert sein, auch wenn wir den Tunichtgut nur unter Aufsicht dort spielen lassen würden?
      Der Garten sieht so aus: Hinten eine etwa 1m hohe Mauer mit einem kurzen Beet und einer Hecke zum Nachbargarten darüber (also nicht sicher).
      Links eine Hütte und eine 2 Meter hohe Hecke dahinter (durch die er schlüpfen könnte, also nicht sicher). Rechts ein hoher Zaun, der wäre sicher. Dazwischen gepflegtes Gras und drei kleine Obstbäume, die er schön zum Klettern nutzen könnte.
      Neigen Bengals generell dazu, auszubüchsen ? Oder bleibt er in der Nähe des Menschen bzw kommt er wenn man ihn ruft? (Wir würden ihn wie gesagt als Baby holen, also 12-13 Wochen alt, damit wir beide seine Bezugspersonen sind). Insbesondere ich befasse mich sehr viel mit der Katze und bin dann sicher der "Best Friend". Unser Brite zb haut überhaupt nicht ab, der geht nicht mal aus der Wohnung wenn das Fenster offen ist und wir leben im Erdgeschoss ^^ Er sitzt einfach in der Wohnung auf der Fensterbank und schaut hinaus. Es scheint ihm zu gefallen bei uns.
      Falls das mit dem Garten keine gute Idee ist, muss der Bengal eben an die Leine, auch wenn ich das bei Katzen nicht sehr schön finde.

      - Zur Wohnung: Wir haben bereits einen relativ großen Katzenspielplatz im Wohnzimmer, wo der Bengal klettern und toben kann. Darüber hinaus würde ich die Oberseite unserer Wohnwand leer räumen und ihm dort ein Körbchen einrichten (ist knapp unter der Decke, da Bengals ja gerne alles überblicken); hinauf kommen würde er über einen kleinen Baumstamm, den ich daneben anbringen würde.
      Reicht das aus, um den Klettertrieb zu befridigen? In der Küche zb auf dem Tresen stehen ein paar kleine Blumentöpfe, müssen die weg?
      Müssen wir uns sorgen machen, dass er im Schlafzimmer am Schrank hoch klettert? Die Oberseite des Schranks ist allerdings nur 3 cm unter der Decke, also passt dort kein Kater rein.
      Kratzmöglichkeiten finden sich in Form von kleinen Teppichabschnitten an etlichen Ecken und Wänden im Flur zu genüge.


      Spielmöglichkeiten wären wie folgt:
      Den bereits erwähnten Katzenkratzbaum/Kletterparcours an der Wand in der Ecke des Wohnzimmers (geht bis knapp unter die Decke). Dann die Wohnwand zusätzlich zum Klettern. Tischtennisbälle für den Flur (ooooohh junge Katzen LIEBEN Tischtennisbälle :)). Dazu noch eine Angel oder etwas ähnliches was an einer Schnur hängt.
      Dann würde ich mich ebenfalls mit der Katze beschäftigen, sobald ich heim komme (ich arbeite von 8 bis 17 Uhr), spiele jetzt schon sehr viel mit dem Britisch Kurzhaar mit der Angel und stelle ihm auch immer mal wieder einen Karton zum Erkunden hin, der später wieder verschwindet und woanders wieder auftaucht.
      Meine Freundin beschäftigt sich natürlich mit den Katzen, sie ist aber nach der Arbeit immer ziemlich kaputt und deshalb eher fürs Schmusen zuständig ;) bei mir kommt das allerdings auch nicht zu kurz.

      Soviel zu meinen Fragen.

      Ich freue mich auf eure Meinungen und hoffe, dass wir geeignet sind für die Bengalhaltung :)

      Viele Grüße
      Olli
    • Habe mich jetzt direkt mal angemeldet.

      Einen Teil meiner Frage bezüglich der "Schnäppchen" für 400 € konnte ich mir aus dem angepinnten Beitrag zum Thema Züchter mittlerweile selbst beantworten.

      Was ich dort noch vermisse ist die Möglichkeit, woran man "faule" Announcen erkennt (sofern das überhaupt geht), damit man nicht 200km umsonst zum Züchter fährt um vor Ort dann festzustellen, dass er unseriös ist

      Hier mal ein Beispiel:
      Bengal Katzenbabys (Magdeburg) - Bengal Cat - Deine-Tierwelt.de

      Der Text mag ja ganz nett sein, aber das Bild ist irgendwie absolut nichtssagend. Und ein Kätzchen soll nur 500 € kosten .. also wäre das hier wahrscheinlich nichts oder?
      Carpe diem! :thumbup:
    • Hallo & Willkommen :)

      Ich versuche ein paar deiner Fragen zu beantworten und vllt. können die anderen Nutzer meinen Text ergänzen bzw. eventuell auch verbessern.

      Als wir uns für Bengalen entschieden haben, gab es für uns insgesamt drei Punkte, auf die wir besonders Wert gelegt haben:

      (1) Wie viele Würfe hat die Katzendame jährlich?
      (2) Was passiert mit den Kitten, falls man sie doch abgeben muss?
      (3) Wie reagiert ein Allergiker auf die Fellnasen? (eher zweitrangig für euch)

      (1) Bei der Zucht, die für uns infrage kam, haben Katzen MAXIMAL zwei Würfe im Jahr. Manchmal nur einen oder wenn irgendwas nicht stimmt (genetische Zusammenstellung von Kater und Katze o.ä.) wird eben auch mal ein Jahr pausiert und die Katze kümmert sich mit um die Sozialisierung der Kitten anderer Katzen. D.h. die Zucht ist nicht die Haupt-Einnahmequelle und es steht die Gesundheit der Samtpfötchen ohne Frage im Vordergrund (davon mal abgesehen ist unsere Züchterin Veterinärmedizinerin, was ein weiterer Pluspunkt war).

      (2) Die Kitten sollten immer an erster Stelle stehen. Ein seriöser Züchter legt Wert darauf, was mit seinen Kitten passiert. D.h. er sucht sich einen Verein bei dem er sich registriert, der in der Nähe liegt und nicht 600km entfernt, sodass eine "regelmäßige" Überprüfung gewährleistet ist. Des Weiteren wird vertraglich geregelt, was im "Notfall" geschieht, falls man die Kitten doch kein dauerhaften Zuhause schenken kann. Ein Züchter der die Kitten nur verkaufen will und kein Interesse daran hat, was danach passiert, ist in meinen Augen fraglich. Bei uns ist schriftlich geregelt, dass die Zucht das erste Anrecht hat, die Kitten zurückzukaufen, falls wir sie abgeben müssen. Damit sie selbst entscheiden können, wer sich um die Beiden kümmert oder ob sie ihren Lebensabend dann in der Zucht verbringen (sind kastriert, aber würden da problemlos unterkommen).

      (3) Wir waren 3x da und haben alle Katzen/Kater kennengelernt und mein Mann hat glücklicherweise nicht auf den Speichel reagiert, wobei wir auch Freunde haben, die ein Dauerabo an Taschentüchern haben, wenn sie uns besuchen, da sie extrem auf Tierhaare reagieren.


      Wichtig ist auch, dass der Züchter sich für euch interessiert, um abschätzen zu können, wo seine Kitten hinziehen. Minimum ist eine Frage nach der Wohnsituation und dem Arbeitsalltag. Schließlich soll gewährleistet sein, dass es den Fellnasen gut geht. Wieder einmal: wenn ihm egal ist was nach der Geldübergabe passiert, ist Vorsicht geboten. Ein geregelter Arbeitsalltag steht aber dem nicht im Wege.

      Die Klettermöglichkeiten klingen gut. Sie brauchen bisschen Platz um sich zu jagen/zu rennen und du musst dich darauf gefasst machen, dass sie SEHR hoch springen können. Unsere Bekannte schaute nicht schlecht, als sie mit ihren 1.65m plötzlich Auge in Auge mit der Katze war. Bedeutet aber auch, dass sie überall versuchen hochzukommen ;) Blumentöpfe stehen bei uns auch rum, es sollte nur nichts Giftiges sein (unsere kauen "demonstrativ" darauf rum, wenn es nicht sofort Futter gibt, wenn die Damen es wünschen).

      Zu dem Garten:
      Bengalen sind sehr neugierig und schnell/geschickt, daher ist es gut möglich, dass sie jede Möglichkeit zur Flucht nutzen. Nicht weil sie weg wollen, sondern weil sie alles erkunden möchten. Unsere Beiden sind total unterschiedlich im Charakter. Eine sitzt mit ihrem Fellpopo auf der Türschwelle und setzt kein Pfötchen vor die Tür, die Andere müssen wir regelmäßig einsammeln gehen (super, wenn man im 5.Stock wohnt - die vielen Treppen...), da sie jede Möglichkeit zur "Freiheit" nutzt. Wir haben aber auch von Anfang an mit ihnen trainiert, sie an die Leine zu nehmen, was daher für sie fast "normal" ist. Ändert zwar nichts daran, dass die Kleine die Wohnung trotzdem nicht verlassen möchte, aber die Große freut sich immer über die Gelegenheit was Neues zu entdecken. Ansonsten das Kitten mit rausnehmen und konsequent über Wochen/Monate üben, dass sie den Garten nicht verlassen darf - aber mal ehrlich, es sind Katzen, da hat man nie eine 100% Garantie ^^

      So - ich denke das war alles was ich dazu beitragen kann, aber sicher können dir die Anderen auch nützliche Ratschläge geben.

      P.s. das Bengalen bei uns eingezogen sind, war eine super, wenn nicht sogar die beste Entscheidung. Sie geben so viel Liebe, aber sind zugleich auch eine Herausforderung (normale Geschicklichkeitsspiele für Katzen haben sie in Sekunden gelöst). Einfach wunderbare Tiere, die euer Leben sicherlich auch bereichern würden!
    • BlackSun schrieb:

      Ist das dann wirklich ein Schnäppchen, oder MUSS etwas faul sein bei dem Preis?
      Bei dem Preis sind es schon mal mit Sicherheit keine Rassekatzen!
      Von solchen "Hobbyzüchtern" hört man gern die Phrase "Rassetier ohne Papiere", aber das schließt sich gegenseitig aus, denn ein Rassetier ist es eben nur dann, wenn die Herkunft und die Gesundheit der Elterntiere zweifelsfrei nachgewiesen ist, also wenn es einen Stammbaum dazu gibt.
      Wenn es keine Papiere gibt, dann gibt es dafür zwei mögliche Gründe:
      1. Mind. eines der beiden Elterntiere ist schon kein Rassetier (also ebenfalls ohne Papiere).
      2. Mind. eines der beiden Elterntiere weißt gesundheitliche Probleme auf, weswegen es nicht mehr zur Zucht zugelassen ist.

      D.h. das Angebot einer "Bengalkatte ohne Papiere" ist schon mal per Definition unseriös, denn entweder kann der Züchter die Rasse nachweisen oder es ist eben doch nur eine Katze, die so aussieht wie ... und damit nur geringfügig mehr wert ist als eine geschenkte Dorfkatze.

      Diese ganze Seriösität hat allerdings relativ wenig damit zu tun, wie engagiert sich ein Züchter um seinen Nachwuchs kümmert.
      Ich habe vor dem Kauf von Oskar ein paar Züchter besucht und die eigentlich seriösen haben mich echt nicht überzeugt, weil ich das Gefühl hatte, dass die Katzen dort schlecht sozialisiert waren und dafür dann zu spät abgegeben wurden. Muss man sich dann nicht wundern, wenn man ein charakterlich schwieriges Tier bekommt.


      BlackSun schrieb:

      Neigen Bengals generell dazu, auszubüchsen ? Oder bleibt er in der Nähe des Menschen bzw kommt er wenn man ihn ruft?
      Das ist von Fall zu Fall verschieden. Oskar hat Momente, in denen er bei mir bleibt und dann alle paar Wochen mal so einen Rappel, dass er kaum zu halten ist. Obwohl er nun 3 Jahre alt ist und seit über 2,5 Jahren schön an der Leine läuft würde ich ihn nach wie vor nicht ohne Leine frei laufen lassen.
      Da nützt auch eine permanente Beaufsichtigung wenig, denn wenn so ein Bengale mal rennt oder springt, dann schaust du nur
      noch dumm hinterher.


      BlackSun schrieb:

      Reicht das aus, um den Klettertrieb zu befridigen? In der Küche zb auf dem Tresen stehen ein paar kleine Blumentöpfe, müssen die weg?
      Blumentöpfe sind bei Oskar grundsätzlich ein Problem, weil er einerseits gern Blätter frisst und dann (samt Futter) wieder auskotzt ... und dann natürlich diese Futtersorte nicht mehr frisst, war ja schließlich zum Kotzen.
      Andererseits schmeißt Oskar gern Sachen runter. Also alles was oben steht und sich irgendwie bewegen lässt.
      Betrifft aber nicht nur Blumentopfe, sondern auch Flaschen und Gläser.

      Mit den Klettergelegenheiten ist das so eine Sache... da kann man eigentlich nie genug haben.
      Oskar ist ein ausgesprochener Liebhaber von Abwechslung und hat ständig neue Lieblingswege und -Plätze oben auf den Schränken.
      Noch wichtiger ist allerdings Platz (d.h. etwa 10 Meter Strecke) zum Laufen und da sehe ich bei 65m² echt ein Problem.
      Wir haben hier einen 8m langen Flur der vorn und hinten in ein Zimmer mündet ... und das nutzt Oskar mehrmals täglich in der vollen Länge und rennt da so schnell durch, dass er es am Ende kaum schafft, rechtzeitig zu bremsen.
      Natürlich gewöhnt sich so eine Katze auch an weniger Platz ... dann geht die Energie eben in was Anderes...
      Wenn du nicht mehr das faulste Wesen im Haus sein möchtest, schaff dir eine Katze an!
    • Dino schrieb:


      (1) Wie viele Würfe hat die Katzendame jährlich?
      (2) Was passiert mit den Kitten, falls man sie doch abgeben muss?
      (3) Wie reagiert ein Allergiker auf die Fellnasen? (eher zweitrangig für euch)

      (1) Bei der Zucht, die für uns infrage kam, haben Katzen MAXIMAL zwei Würfe im Jahr. Manchmal nur einen oder wenn irgendwas nicht stimmt (genetische Zusammenstellung von Kater und Katze o.ä.) wird eben auch mal ein Jahr pausiert und die Katze kümmert sich mit um die Sozialisierung der Kitten anderer Katzen. D.h. die Zucht ist nicht die Haupt-Einnahmequelle und es steht die Gesundheit der Samtpfötchen ohne Frage im Vordergrund (davon mal abgesehen ist unsere Züchterin Veterinärmedizinerin, was ein weiterer Pluspunkt war).

      (2) Die Kitten sollten immer an erster Stelle stehen. Ein seriöser Züchter legt Wert darauf, was mit seinen Kitten passiert. D.h. er sucht sich einen Verein bei dem er sich registriert, der in der Nähe liegt und nicht 600km entfernt, sodass eine "regelmäßige" Überprüfung gewährleistet ist. Des Weiteren wird vertraglich geregelt, was im "Notfall" geschieht, falls man die Kitten doch kein dauerhaften Zuhause schenken kann. Ein Züchter der die Kitten nur verkaufen will und kein Interesse daran hat, was danach passiert, ist in meinen Augen fraglich. Bei uns ist schriftlich geregelt, dass die Zucht das erste Anrecht hat, die Kitten zurückzukaufen, falls wir sie abgeben müssen. Damit sie selbst entscheiden können, wer sich um die Beiden kümmert oder ob sie ihren Lebensabend dann in der Zucht verbringen (sind kastriert, aber würden da problemlos unterkommen).

      (3) Wir waren 3x da und haben alle Katzen/Kater kennengelernt und mein Mann hat glücklicherweise nicht auf den Speichel reagiert, wobei wir auch Freunde haben, die ein Dauerabo an Taschentüchern haben, wenn sie uns besuchen, da sie extrem auf Tierhaare reagieren.


      Wichtig ist auch, dass der Züchter sich für euch interessiert, um abschätzen zu können, wo seine Kitten hinziehen. Minimum ist eine Frage nach der Wohnsituation und dem Arbeitsalltag. Schließlich soll gewährleistet sein, dass es den Fellnasen gut geht. Wieder einmal: wenn ihm egal ist was nach der Geldübergabe passiert, ist Vorsicht geboten. Ein geregelter Arbeitsalltag steht aber dem nicht im Wege.
      Danke für diese ausführliche Erklärung!
      Das teilt in etwa meine Einschätzungen. Wir werden uns mindestens 3, eher 4 verschiedene Züchter anschauen, bevor wir überhaupt an eine Entscheidung denken werden.
      Es gibt zum Glück etliche Angebote in unserer Nähe (und alle deutlich über 400 € ;))

      Dazu noch eine Frage - mir persönlich ist die Farbe sehr wichtig: Ich möchte unbedingt einen Bengal mit dunkelbrauner Grundfarbe (also nicht silbern oder grau oder generell blasser Farbton); ich weiß jetzt nicht, wie diese Farbe genau heisst, aber in etwa diese Richtung (er soll wie ein richtiger Leopard/Tiger aussehen :))

      Ich nehme mal an, dass sich das stark auf den Preis auswirkt? Das ist ja bestimmt die teuerste Farbe. Kann man denn auch anhand der Intensität der Zeichnung (ungefähr!!) einschätzen, wie reinrassig die Katze ist und wie gut sie während der Aufzucht gepflegt bzw versorgt wurde (Futter, etc)? Oder ist das reine "Glückssache"?
      PS : Wir wollen eine Liebhaberkitten, also NICHT weiterzüchten. Daher wäre mir ein lupenreiner Stammbaum gar nicht so sehr wichtig, ich lege mehr Wert auf eine schöne Farbe und Fellzeichnung (und natürlich dass sie gesund und bestens sozialisiert ist!)

      @Oskar:
      Danke auch für deine Einschätzung.

      Zu den Züchtern: Das haben wir uns auch gedacht, aber viele dieser Züchter geben in dem Inserat eben an, dass sowohl die Papiere als auch ein Stammbaum vorliegt. Auch jene, die für 400 € Kitten anbieten. Also ist hier wohl von Fälschungen auszugehen; ich werde davon definitiv die Finger lassen - man sollte ja nicht am falschen Ende sparen.
      Wir werden uns verschiedene Züchter in unserer Nähe anschauen und uns vor Ort mal einen Eindruck verschaffen, sowohl von Mensch als auch von Tier.
      Kann man denn bei jungen Kitten, die erst wenige Wochen alt sind, schon anhand der Fellzeichnung erkennen, wie sie später einmal aussehen werden? Die sind ja meistens noch recht dunkel und die Zeichnung wenig ausgeprägt, gibt es da "Tricks"?

      Zum Ausbüchsen:
      Ich werde das Tier erst einmal nur mit Leine in den Garten lassen und über sehr lange Zeit beobachten, wie erkundungsfreudig er überhaupt ist, bevor ich mir darüber Gedanken mache, ob ich ihn mal von der Leine lasse. Wir leben zwar in einem kleinen Dorf am Rand mit extrem wenig Verkehr, aber dennoch möchte ich kein Risiko eingehen. Ich habe natürlich auch keine Lust, ihn durch sämtliche Nachbarsgärten jagen zu müssen :D

      Zur Wohnungssituation:
      Okay, die losen Dinge in der Küche kann man entfernen, das wäre nicht das Problem. Alle Pflanzen fliegen dann raus, ich will ja nicht dass er sich eine Vergiftung holt, weil er mal einen auf Vegetarier machen will. Eher schwierig wird es mit der Wohnwand. Das "Obergeschoss" kann man problemlos leer räumen, allerdings gibt es noch ein mittleres Fach, wo ein paar zerbrechliche Dekogegenstände stehen. Katze kommt da nur sehr schwer hin, aber ein Bengale schafft das wohl. Ich mache heute abend mal ein Bild davon - vermute aber mal, dass wir auch das räumen müssen.
      Auf etwa 40 cm Höhe steht ein Flachbild-Fernseher, daneben ein PC und dahinter eine Menge Kabel - ist das ein Problem?

      65 qm klingen nicht zwar sehr viel, aber die Wohnung ist relativ günstig geschnitten (also länglich).
      Hier mal eine grobe Skizze (die Proportionen stimmen nicht!! Ich bin kein technischer Zeichner):


      Von der Eingangstür bis auf die Couch sind es etwa 12 Meter, also Platz zum Rennen wäre durchaus da. Den nutzt unser Britisch Kurzhaar auch gerne mal, wenn er seine dollen fünf Minuten am Tag hat.

      Die Abstellkammer ist immer verschlossen, da kommt er nicht rein. Da sind aber auch keine kleinen zerbrechlichen Dinge, also keine Gefahr, falls sie doch mal offen stehen sollte.
      Das Schlafzimmer dürfen die Kätzchen auch betreten (der Graue schläft gerne bei uns im Bett), da wir beide keine Allergiker sind. Bis auf die Abstellkammer sind bei uns eigentlich alle Türen offen und somit hatte ich gehofft, das ist genügend Platz zum Toben für den kleinen Stinker, ohne dass er anfängt, sich zu langweilen, oder meint die Wohnung "rundumzuerneuern". Spielsachen haben wir wie bereits geschrieben massig und auch ich beschäftige mich viel mit dem Grauen, sobald ich daheim bin.


      Abschließend noch zwei Fragen, die mir sehr wichtig sind:

      - Miauen Bengalen generell viel (insbesondere Nachts), auch wenn man sich viel mit ihnen beschäftigt und sie glücklich sind? Tagsüber wäre das kein Problem, da ich auch sehr viel mit den Katzen rede und mit dem Britisch Kurzhaar regelrechte Konversationen führe, auch wenn seine Wortwahl recht überschaubar ist; aber es wäre ein großes Problem, wenn der Bengale dazu neigt, nachts zu Miauen oder Radau zu machen, da wir beide einen schlechten Schlaf haben und unseren Schlaf brauchen. Der Perser hat beispielsweise öfters nachts einen Katzenjammer veranstaltet, weil er unglücklich war; einer der Gründe, warum wir ihn weggegeben haben. Bei dem Briten hingegen ist nachts Totenstille - er ist einfach das perfekte Haustier.

      - Unser Brite ist nun schon seit fast 2 Monaten alleine. Ich habe ein wahnsinnig schlechtes Gewissen, wenn er 8 Stunden am Tag in der Wohnung ist ohne einen Kameraden. Er zeigt zwar noch keine Verhaltensauffälligkeiten, da er sehr viel Liebe und Zuwendung bekommt, sobald wir daheim sind, aber dennoch brennt es mir langsam unter den Nägeln, ihm einen neuen Kumpel zur Verfügung zu stellen. Sollte ich mich jetzt wirklich "beeilen" mit der Neuanschaffung? Oder hält er das gegebenenfalls noch ein paar Wochen durch, ohne einen an der Klatsche zu kriegen?
      Prinzipiell könnten wir gleich morgen eine Züchter-Rundfahrt starten und wären auch bereit, uns ein paar Tage Urlaub zu nehmen (geht bei mir sehr kurzfristig), wenn der Bengal im Haus ist, aber so eine Neuanschaffung will ja nicht überstürzt werden ...

      Vielen Dank nochmal für Eure Antworten und Einschätzungen!

      Grüße
      Olli
      Carpe diem! :thumbup:
    • Neu

      BlackSun schrieb:

      Miauen Bengalen generell viel (insbesondere Nachts), auch wenn man sich viel mit ihnen beschäftigt und sie glücklich sind?
      Die meisten Bengalen sind ausgesprochene Plappermäuler und ausgesprochen egoistisch!

      Oskar muss uns alles ganz ausführlich erzählen:
      Wenn er auf's Klo muss, wenn er auf dem Klo war, wenn er Hunger hat, wenn der gefressen hat, wenn er spielen will etc.
      Ruhig ist er eigentlich nur, wenn er schläft... und er schläft nicht immer die ganze Nacht durch.

      Und selbst wenn, dann teilt er uns zumindest an den Wochenenden morgens spätestens 06:30 mit, dass es nun an der Zeit wäre, in den normalen Lebensrhythmus zu kommen.


      BlackSun schrieb:

      Oder hält er das gegebenenfalls noch ein paar Wochen durch, ohne einen an der Klatsche zu kriegen?
      Das größere Risiko ist, dass er sich an das Einzel-Leben gewöhnt und dann keine andere Katze im Haus mehr akzeptiert.
      Wenn du nicht mehr das faulste Wesen im Haus sein möchtest, schaff dir eine Katze an!
    • Neu

      Oskar schrieb:

      BlackSun schrieb:

      Miauen Bengalen generell viel (insbesondere Nachts), auch wenn man sich viel mit ihnen beschäftigt und sie glücklich sind?
      Die meisten Bengalen sind ausgesprochene Plappermäuler und ausgesprochen egoistisch!
      Oskar muss uns alles ganz ausführlich erzählen:
      Wenn er auf's Klo muss, wenn er auf dem Klo war, wenn er Hunger hat, wenn der gefressen hat, wenn er spielen will etc.
      Ruhig ist er eigentlich nur, wenn er schläft... und er schläft nicht immer die ganze Nacht durch.

      Und selbst wenn, dann teilt er uns zumindest an den Wochenenden morgens spätestens 06:30 mit, dass es nun an der Zeit wäre, in den normalen Lebensrhythmus zu kommen.


      BlackSun schrieb:

      Oder hält er das gegebenenfalls noch ein paar Wochen durch, ohne einen an der Klatsche zu kriegen?
      Das größere Risiko ist, dass er sich an das Einzel-Leben gewöhnt und dann keine andere Katze im Haus mehr akzeptiert.
      Hmm... das ist wahrscheinlich auch von Katze zu Katze unterschiedlich mit dem Miauen.

      Aber mal angenommen wir hätten dieses Problem ebenfalls dass er nachts vor der Schlafzimmertüre (oder vor dem Bett) das Jammern anfängt, kann man ihn dann dahingehend erziehen, dass er das unterlässt? Bengals sind ja sehr intelligent und lernfähig, was man allgemein so hört und liest.
      Beispielsweise dass man ihn schimpft, wenn er es nachts tut, und frühs nach dem Aufstehen lobt und belohnt, wenn er es nicht getan hat?
      Carpe diem! :thumbup:
    • Neu

      Also unsere zwei sind sehr unterschiedlich. Lilli maunzt nur wenn sie unbedingt was haben möchte (Unterhaltung/Aufmerksamkeit oder essen). Im ersten halbem Jahr hat sie gar nicht gemaunzt.
      Unser Oskar maunzt auch wenn er aufs Klo geht oder Hunger hat, er spielen möchte oder sich unterhalten will :1f602:
      Nachts lassen Sie uns schlafen. War am Anfang nicht so. Also wie sie klein waren. Jetzt schon. Klar sie spielen nachts und rennen rum kommen aber erst durch die angelehnte Tür wenn sie schlafen wollen. Und wenn wir ganz unser Ruhe haben möchten machen wir die Tür zu und das akzeptieren die zwei dann auch.
      Das größere Problem wir sein, dass die Bengalen Mega aktiv sind und viel spielen und toben und die Briten eher gemütlich und gechilt.