Beiträge von MimiNever

Unter dem Motto #wirbleibenzuhause findet seit langer Zeit wieder ein Fotowettbewerb statt. Mitmachen

    Hallo Black Sun,


    wir haben zwei kastrierte Bengalenkater, die wir mit ca. 3 Monaten bekommen haben, jetzt sind sie fast 5 Jahre alt. Vielleicht kann ich dir ein paar Fragen beantworten, allerdings nur aus einer subjektiven Perspektive. Du musst dir vorstellen, dass wir da zwei sehr unterschiedliche Charaktere haben. Der eine ist eher schlank und agil, der andere eher kräftig und bequemer. Wenn man also von „dem Bengalen“ spricht, ist das allein schon schwierig.


    Zu den 400 € Angeboten. Ich habe mir mal den Spaß gemacht, eine Weile lang solche Anzeigen zu kontaktieren. Irgendwann kommt immer eine Mail, dass der/die Eigentümer/-in zufällig kürzlich nach irgendwohin gezogen ist, ich hatte Niederlande, Großbritannien, Ägypten und und und. Die Adresse in den Niederlanden hab ich mal gegooglet, war ein Universitätskrankenhaus. Aber die wären so nett und würden dir die Katze schicken, wenn du vorher die Versandkosten für den Sondertiertransport und Tierarzt usw. irgendwohin überweist. Netter Versuch. Also bitte mach das nicht! Außerdem kann da nichts Gutes dabei rauskommen, die Katzen sind einfach teuer. Suche dir einen örtlichen Züchter, zu dem du hinfahren kannst! Das Tiervermehren sollte man nicht unterstützen, nur weils billiger ist.


    Und vielleicht zur Farbwahl. Die meisten Bengalen sind braun, die silbernen und die schwarzen sind seltener und damit noch teurer. Es ist eher die Fellzeichnung, die den Preis ausmacht. Große dreifarbige Rosetten sind das Maß der Dinge, wenn man den Züchtern glaubt.


    Ob die Katzen sich mit anderen vertragen oder nicht, hängt von der Katze ab. Ich könnte mir vorstellen, dass unser Dicker einen Neuankömmling erstmal zerlegen würde. Der mag das gar nicht, wenn jemand in sein Territorium eindringt. Es hatte sich mal ein Kätzchen auf unsere Hochsicherheitstraktterrasse verirrt und kam natürlich nicht mehr raus. Da ist er drauf gestürzt wie ein Berserker. Das muss man sicher langsam und vorsichtig machen. Unsere knurren und fauchen sich sogar an, wenn wir vom Tierarzt kommen und brauchen eine Weile, bis sie sich wieder mögen. Feliwell hat sich da bewährt. Könnte natürlich auch was anderes sein, wenn der Bengale zur anderen Katze kommt und nicht umgekehrt.
    Ich würde aber echt darüber nachdenken, ob ein Bengale für deinen Briten nicht ein bisschen zu viel ist. Die sind ziemlich groß und raufen schon robust. Unser wiegen 6 und 7 kg und wenn sie sich strecken, gucken sie auf den Esstisch. Jetzt ist er noch jung, aber hält er das aus, wenn er älter wird. Wie gesagt, unsere sind 5 und kein bisschen gemütlicher geworden.


    Zum Platzbedarf: 65 qm könnten schon wenig sein, die haben einen großen Bewegungsdrang. Aber der lange Flur zum Rennen ist schon mal gut. Höhe ist auch gut, das mögen sie gern. Geschlossene Türen gehen bei uns gar nicht, aus Prinzip nicht, da könnte ja was Interessantes drin sein. Du musst dann sehr viel spielen, die werden nicht müde. Die zeigen dir sehr deutlich, wenn sie was wollen und da sind sie dann auch sehr hartnäckig. Wenn ihnen langweilig ist, werden die gern mal zum A…. Der Dicke schaut dich direkt an, fährt die Pfote aus und wirft etwas vom Tisch, nur so, weil er das Gefühl hat, er kriegt gerade nicht die Aufmerksamkeit, die er möchte. Soviel auch zu Zeugs und Blumentöpfen, die herumstehen. Und Plaudertaschen sind sie auch; nicht beide gleich viel, aber ein lautes Stimmchen haben sie beide.


    Beim Spielen kannst du kreativ sein. Einer unser Kater liebt Angeln, der andere mag es, wenn sich etwas versteckt, Strohhalm unter einer Decke oder so. Und er liebt abgöttisch seine Küchenrolle. Da siehts dann aus, wie wenn eine Konfettikanone explodiert wäre. Die zerrupft er so lange, bis er sie nicht mehr gut umfassen kann, dann gibts eine neue. Der Dicke mag auch Clickertraining und gibt Pfötchen, High Five und stupst seine Nase an und sowas, der andere hat daran überhaupt kein Interesse, der frisst auch keine Leckerchen.


    Draußen wird das schwierig. Wenn du einen Abenteurer hast, wie unser Kleiner einer ist, musst du alles dicht und hoch haben, sonst ist der weg. Und das hat nichts damit zu tun, dass er weg von dir will und du seine Bezugsperson bist; der ist einfach unheimlich neugierig. Und seinen Namen kannst du schon rufen, dann kommt er oder halt nicht, ganz wie es ihm beliebt.
    Du brauchst eine Barriere, die glatt und hoch ist, also keinen Zaun mit Maschen oder Querstreben, schon garnicht aus Holz. Wir haben über 2m hohe glatte MDF Kunststoffplatten auf zwei Seiten und eine hohe Steinmauer auf der Dritten, das ist das Einzige, was bisher sicher ist, und wir haben einiges versucht. Die Mauer auch nur, weil sie hoch genug ist und er irgendwann die Kraft verliert, wenn er wie Spidermann die Wand hochklettert. Oder du machst einen Deckel drauf, eine große Voliere also. Und lass dir nicht erzählen, dass Katzen nicht an Katzennetzen hochklettern! Die klettern überall hoch, was halbwegs so beschaffen ist, dass man Krallen dranhängen kann. Aber, wie gesagt, unterschiedliche Charaktere, das macht nur einer; der andere ist eher zu faul dazu, oder vielleicht nicht neugierig genug. Außer, er sieht ein Eichhörnchen oder einen Vogel …. Da kann ich dann für nichts garantieren.
    Und beaufsichtigen halte ich für eher sinnlos. Wenn du mal gesehen hast, wie schnell die lossprinten oder springen, wenn etwas Interessantes vorbei läuft, würde es dir wohl auch etwas optimistisch erscheinen, du könntest die dann aufhalten.


    Tragen kannst du unsere kaum. Die würden dich zwar nicht kratzen oder beißen, aber die winden sich solange und brüllen, bis du sie wieder runter lässt; wie du schon sagst, groß, schwer und muskulös. Freiheit beschränken geht garnicht, Festhalten jeder Art ist eine Majestätsbeleidigung.


    Ich hoffe, das sind jetzt ein paar Eindrücke vom Leben mit Bengalen.

    Hallo zusammen,


    wir haben eine große Schüssel in der Dusche stehen, daraus wird gern getrunken. Dazu haben wir auf der Terrasse eine Wanne mit Wasser drin. Und wenn wir am Waschbecken stehen, trinken sie gern aus dem Wasserhahn. Natürlich wird überall auch gespielt.


    VG
    Tanja

    da uns die Plüschbäume nicht so gut gefallen, habe ich einen Naturkratzbaum gebaut, der unsere gesamte Raumhöhe ausnutzt. Um den Katern draußen auf der geschützten Terrasse mehr Ausblick zu geben - und unsere Leiter wieder selbst nutzen zu können :-) - habe ich noch eine Aussichtsplattform gebaut.