Beiträge von elek

    Das mit den TA-Rechnungen haben wir auch angedacht. Aber das würde, da sich der Besitzer des Bengalen ja keiner Schuld bewusst ist, mit großer Wahrscheinlichkeit zu einem Kleinkrieg führen, den wir einfach nicht wollen.


    Unser Garten ist 1500 qm groß und liegt in einer Waldsiedlung. Also stehen auch an den Grundstücksgrenzen überall Bäume. Ich habe mal mit einer Bengalenzüchterin telefoniert. Die hat ihren etwa gleichgroßen Garten katzensicher machen lassen, damit ihre Zuchtkater Freigang haben können. 10.000 Euro plus viermal nachbessern, weil die Kater immer wieder Wege hinaus gefunden haben. Sind ja alles andere als doof, die Bengalen. Jetzt stelle ich mir vor, der Bengale kommt hier rein, aber Kalle nicht raus. Und die Chipklappe ins Haus braucht ja einen Moment, um zu entsperren.


    Wir trauen uns so schon kaum noch vom Haus weg, von Urlaub oder so ganz zu schweigen. Mein Telefon ist Tag und Nacht eingeschaltet, falls Nachbarn wegen eines Kampfs anrufen. Das stresst auf Dauer ganz schön.


    Wir haben entschieden, hier wegzuziehen. Das tun wir nicht nur wegen Kalle, aber die Situation mit dem Bengalen trägt deutlich dazu bei, dass wir uns hier inzwischen extrem unwohl fühlen. Ich hätte jetzt auch nicht gedacht, dass ich mich mal so über den Winter freuen würde, aber im Moment gibt es kaum Kämpfe. Wahrscheinlich, weil die Herren sich die Pfoten nicht nassmachen wollen und es ihnen draußen auch langsam zu kalt wird.


    Wir versuchen, bis zum Frühjahr hier weg zu sein. Was anschließend auf uns zukommt, sehen wir dann. Die Wahrscheinlichkeit, dass unser zweites Haus wieder in der Nachbarschaft eines verhaltensgestörten oder noch nicht ausreichend domestizierten Bengalen liegt, ist hoffentlich nicht allzu groß.

    Liebe Aneta,



    nein, leider nichts neues von Seiten des Besitzers oder vom Veterinäramt. Aber ich habe nach meinem Post in der örtlichen FB-Gruppe mehrere private Nachrichten von Menschen aus dem Ort bekommen, die zwar nicht direkt betroffen sind, mich aber trotzdem unterstützen wollen und nun mit mir gemeinsam überlegen, was man machen könnte, um Kalle zu beschützen. Das ist so toll!



    Heute habe ich mit einer Nachbarin gesprochen. Sie hat auch schon einige Kämpfe zwischen den beiden miterlebt. Sie trennt die beiden dann und Kalle rast nach Hause, sobald der Bengale ausreichend abgelenkt ist. Der Bengale bleibt sitzen, fängt an, sich zu putzen und sieht sehr enttäuscht aus, weil sein tolles Spielzeug plötzlich weg ist. Händeklatschen, mit den Füßen stampfen, so tun, als ob man etwas nach ihm wirft: interessiert ihn nicht. Sie muss schreiend auf ihn zurennen, um ihn von ihrem Grundstück zu verjagen.



    Im Frühsommer hat sie mal gedacht, dass ein Vogel in einem ihrer Blumenbeete von einer Katze zerfetzt worden wäre. Als sie näher kam, sah sie, dass es gar keine Federn waren, sondern viele Büschel knallrotes Katzenfell. Eine ganze Kehrschaufel voll. Von Kalle, denn andere rote katzen gibt es hier nicht.



    Wir mobilisieren jetzt jedenfalls auch noch die entferntere Nachbarschaft. Im direkten Umkreis wissen ja alle längst Bescheid. Alle bekommen unsere Telefonnummern und werden gebeten, anzurufen, sobald sie Geschrei hören, oder selbst einzugreifen, wenn sie können. Wir denken auch über "offiziellere" Schritte nach. Und darüber, unser Haus zu verkaufen und in absolute Alleinlage zu ziehen, damit unsere Tiere solchen Menschen nie wieder ausgesetzt sind und wir nicht bei jedem Geräusch von draußen aufschrecken und vor die Tür rennen müssen: Kalle? Bengale? Vogel? Baby? Hund?



    Manchem mag das albern erscheinen, aber wir haben Verantwortung für unsere Tiere übernommen, als wir sie aufnahmen, und nehmen die auch ernst...



    LG Elek

    Ja, die Fotos von den Verletzungen hatte ich auch gepostet. Haben Herrn X gut unterhalten.


    Ich wende mich ans Veterinäramt und hoffe, dass die Einschätzungen unserer Tierärztinnen ausreichen, um irgendwas in Bewegung zu setzen. Andere Betroffene haben sich noch nicht gemeldet.

    Ihr ahnt gar nicht, wie froh ich bin, hier solche Unterstützung zu erfahren!


    Ich habe grade versucht, über die örtliche FB-Gruppe andere Betroffene zu erreichen. Ich habe natürlich keine persönlichen Daten bekanntgegeben. Innerhalb von Sekunden aber hat der Besitzer des Bengalen folgenden Text rausgehauen:


    "Ich bitte euch [Blockierte Grafik: https://static.xx.fbcdn.net/images/emoji.php/v9/f58/1.5/16/1f926_1f3fc_200d_2640.png]‍♀️ was soll Mann daran ändern? Katzen sind nun mal Raubtiere! Katzen sind auch keine Hunde die Mann trassieren kann! Dann hättet ihr wohl euren Kater mal die Eier lassen sollen[Blockierte Grafik: https://static.xx.fbcdn.net/images/emoji.php/v9/fb0/1.5/16/1f609.png]:1f609: [Blockierte Grafik: https://static.xx.fbcdn.net/images/emoji.php/v9/f29/1.5/16/1f602.png]"


    Tsja. Und nun?

    Danke trotzdem für deine Antwort, Claudia :)!


    Ich habe unserer Problematik wegen viel über diese Rasse gelesen, und eigentlich klingt das meiste wundervoll. Anfangs war ich von dem Bengalen auch richtig begeistert - er saß zb plötzlich auf dem Fensterbrett und guckte neugierig ins Haus. Und er ist einfach wunderschön.


    Aber was, wenn er aus der Generation F1 bis F3 kommt? Oder bis F4, so genau kenne mich natürlich nicht aus? Darf er dann überhaupt unkastriert hier rumspringen?


    Ich habe schon so viele Versuche gemacht, um eine inoffizielle und friedliche Lösung zu finden. Ich habe mit Züchtern telefoniert, ich habe mit den Besitzern gesprochen (es jedenfalls versucht), ich habe in meinem Haus-und Hof-Katzenforum gefragt, permanent unsere Tierärztinnen belästigt, Notfalltelefonnummern mit Nachbarn ausgetauscht, mir beim Einbruch in fremde Gärten immer wieder fette Kratzer und Dornen eingefangen etc. Ich mag nicht mehr. Ich glaube, ich wende mich morgen ans Veterinäramt.


    Wenn der Kater den jetzigen Besitzern weggenommen wird, kann das doch nur gut für ihn sein. Denn abgesehen davon, dass er meinen Kater alle paar Tage in seine Einzelteile zu zerlegen versucht, hat er ja auch noch diesen schlimmen Herzfehler! Und seine Besitzer kümmert es nicht, dass er ständig in übelste Kämpfe verwickelt ist!

    Wie viel Bengalen hast du?: 2 Bengalen
    Wie alt sind deine Katzen?: 3 und 5
    Wie lange hast du deine Bengalen schon? Ich habe zwei Hauskatzen und einen Bengalen in der entfernten Nachbarschaft
    Wie viele männliche oder weibliche Tiere hast du?: 2 männliche
    Sind alle Tiere kastriert (JA/NEIN): Ja
    Wenn NEIN welche Tiere nicht:
    Sind deine Katzen vom Züchter: Nein



    Mein Problem ist folgendes:
    Mein Anliegen ist bestimmt ungewöhnlich, denn wir besitzen überhaupt keinen Bengalen, aber da wir wirklich überhaupt nicht mehr wissen, was wir machen sollen, bin ich so dreist, das hier zu posten.


    Also… Unser Kater Kalle (knapp 3 Jahre alt, Straßenhauskatzenmischung aus dem Tierschutz) wird seit ca. 1½ Jahren immer wieder von einem männlichen Bengalen angegriffen. Zwischen unserem Grundstück und dem des Bengalen liegen sieben andere Grundstücke, das dürften ca. 200 Meter sein. Bevor der Bengale in die Nachbarschaft zog, war Kalle schon eine ganze Weile als Freigänger unterwegs. Probleme mit anderen Nachbarskatzen gab es nicht.



    Die Kämpfe werden immer brutaler und die Abstände immer kürzer. Allein in den letzten zwei Monaten haben wir um die 300 Euro beim Tierarzt gelassen. Es geht uns aber nicht ums Geld, ich schreibe das nur, damit ihr eine Vorstellung vom Ausmaß der Verletzungen bekommt. Kalle wird permanent mit Antibiotika vollgepumpt – Resistenzen sind vorprogrammiert. Er hat nach jedem Kampf mehrere große, blutende Wunden und ein paar Millionen Kratzer am ganzen Körper.



    Die Kämpfe finden immer in Kalles Revier statt. Das erstreckt sich auf unser eigenes Grundstück und zwei angrenzende. Wir können das so genau sagen, weil mein Mann und ich zu Hause arbeiten und wir das Geschrei immer mitkriegen. Daraus muss man wohl schließen, dass der Bengale der Aggressor ist. Ich klettere ständig über Zäune und breche in Nachbargärten ein und versuche, die beiden zu trennen.


    Kalle wurde uns kastriert aus dem Tierschutz übergeben. Wir haben trotzdem seinen Testosteronspiegel checken lassen, denn er könnte ja noch einen verkümmerten Hoden im Bauchraum haben. Dafür sind seine Werte aber viel zu niedrig.



    Wir haben mit dem Besitzer des Bengalen gesprochen, um eine gemeinsame Lösung zu finden. Versetzte Ausgangszeiten zum Beispiel. Aber der Bengale dreht frei, wenn man ihn im Haus einsperrt, und das nervt den Besitzer. Und sein Tierarzt hat gesagt, so wäre das nun mal bei Katern, ganz normal, das müssen die unter sich aushandeln, da kann man nichts machen etc. pp. Also null Kooperation.



    Der Bengale ist angeblich nur sterilisiert und kann nicht mehr kastriert werden, weil er einen Herzfehler hat und die Narkose nicht überleben würde. Die jetzigen Besitzer haben ihn nicht direkt vom Züchter, soweit ich weiß, sondern von den ersten Besitzern über eine Anzeige im Internet übernommen. Ob er Papiere hat oder aus welcher Generation er stammt, wissen wir nicht. Wir fragen uns auch, wie lange er diese krassen Kämpfe mit einem Herzfehler noch überleben soll, denn Kalle ist nicht sein einziges Opfer.



    Ich will hier wirklich keine Bengalen stigmatisieren, doch ist die Haltung nicht vielleicht unverantwortlich und gefährlich? Müsste er nicht in bessere Hände gegeben werden?


    Anbei ein paar Fotos vom Bengalen, und ein paar von Kalles Verletzungen.



    Völlig verzweifelt und dankbar für jeden Rat,
    danke danke danke,
    elek