Zahnhygiene bei der Katze

    Wie viel Bengalen hast du?
    2
    Wie alt sind deine Katzen?
    20 Monate
    Wie lange hast du deine Bengalen schon?
    16 Monate
    Wie viele männliche oder weibliche Tiere hast du?
    1+ 1
    Sind alle Tiere kastriert?
    JA

    Hallo zusammen


    Gestern ist die Katze meiner Nachbarin gestorben. Der Kater war 10 Jahre alt. Er war wegen einer Entzüngung im Kiefer in tierärztlicher Behandlung.

    Laut der Tierärztin hatte er sehr, sehr schlechte Zähne (Veranlagung + mangelhafte Zahnhygiene) und die Entzündung war wohl schon fortgeschritten, der Eiter lief dem armen Kerlchen bereits aus den Augen heraus. Meine Nachbarin dachte, er habe eine Bindehautentzündung. Er hat noch Antibiotika erhalten, leider hat es ihm nicht mehr geholfen.


    Die Geschichte gibt mir echt zu denken. Bis jetzt hatte ich die Zahnhygiene nicht so recht auf dem Schirm.


    Wie handhabt ihr das? Hat jemand Tipps, wie man Zahnablagerungen vorbeugen kann? Ich habe auf verschiedenen Webseiten gelesen, dass man den Katzen täglich die Zähne putzen soll, damit sich kein Zahnstein bilden kann.

    Ich glaube das wird wohl schwierig in der Umsetzung, da insbesondere unsere Minou es nicht sehr mag, wenn ich sie für irgendetwas (Krallen schneiden, Tabletten geben, Pfötchen abtrocknen etc) festhalten muss.

    Da wird sie an der Zahnbürste sicher auch keine grosse Freude haben??!! ||=O

    Wir gehen ja mindestens 1x im Jahr zum TA für die Impfungen und zur allgemeinen Kontrolle (meiner Nachbarin war das nicht so wichtig) und wir könnten auch die finanziellen Mittel aufbringen, unsere Katzen zum Tierzahnarzt zu bringen, wenn da Handlungsbedarf bestünde.

    Ich möchte es aber, wenn möglich, nicht so weit kommen lassen.


    vielen Dank schon mal für eure wetvollen Tipps :thumbup:


    herzliche Grüsse

    Martina

  • Hey Martina,


    ich hatte, als ich in der manischen Phase vor Katzeneinzug war, auch mal das Zähneputzen gegoogelt. Nun ja und dann sind die beiden eingezogen und mit Durchfall, dreckigen Ohren und "nein nicht auf den Esstisch" hatte ich dann erst mal genug um die Ohren als ihnen das Zähneputzen anzugewöhnen. Und ich bin auch nicht mehr sicher ob das wirklich notwendig ist. Sie bekommen hin und wieder rohes Fleisch (Küken oder Mäuse würde ich auch gerne probieren, habe da aber noch ne Hemmschwelle bzw. sind die Verpackungsgrössen auf den Seiten die ich gefunden habe etwas gross zum probieren), was ja auch entstehenden Zahnstein abreiben soll.


    Meine benutzen übrigens Zahnseide *kleiner Scherz* - sie kauen so gerne auf den Schnüren der Katzenangeln rum, manchmal bleibt da auch was dran hängen..... Reste vom TroFu oder so.... jam jam


    Ich denke man sollte selber regelmässig mal in den Mund schauen ob was entzündet ist und vielleicht dann auch wirklich Zahnstein entfernen lassen wenn es nötig wird. Wenn es Veranlagung ist, was wohl bei Norwegern häufig vorkommt, kannst du eh nicht viel tun als regelmässige Kontrolle beim TA und dann Antibiotika wenn es nötig wird. Meine Schwester hat das Problem aktuell mit ihrem Norweger.


    Aber wenn andere Erfahrung mit Zähneputzen haben lasse ich mich auch gerne eines Besseren belehren. Bin gespannt auf eure Erfahrungen.


    LG Steffi

  • Ich glaube, das Wichtigste ist, dass die Katzen zuckerfreies Futter erhalten. Die begünstigt, wie beim Menschen, Zahnstein und Karies. Meine Jungs haben bei ihren TA-Terminen auch immer Maulkontrolle. Ausserdem einmal im Jahr Zahnsteinreinigung unter Narkose, was uns auch die Gelegenheit für Blutabnahme zum Blutbild gibt.
    Ich bin der Meinung, dass das an Vorsorge reicht. Ausnahme wäre, wenn ein Tier tatsächlich zu Zahnstein oder Karies neigt, wobei ich mir dann tatsächlich mal die Zusammensetzung des Futters genau anschauen würde.


    Charlie ist jetzt 10 und hat noch alle Zähne. Sammy ist 5, ihm wurden letztes Jahr 2 völlig durchlöcherte Backenzähne gezogen. Ursache ist mit hoher Wahrscheinlichkeit das Zuckerfutter unserer Nachbarin (Purina One), das diese seit Jahren gegen unseren Willen an Sammy verfüttert. Wenigstens hat sie inzwischen zugesagt, dies nicht mehr zu tun. Ich hoffe, sie hält sich dran.

  • Ich glaube, das Wichtigste ist, dass die Katzen zuckerfreies Futter erhalten.

    da liegst du falsch. Katzen können kein Karies bekommen.


    ich zitiere mal Dr. Hölter, Tierzahnarzt:

    Dass Katzen sich um Karies keine Sorgen machen müssen liegt wohl auch daran, dass in ihrer Maulhöhle die Bakterien, die uns Menschen die Karies bescheren (v.a. Streptococcus mutans), gar nicht vorkommen. Diese Bakterien bilden beim Abbau von Zucker Säuren, die den Zahnschmelz angreifen und so Karies auslösen. Im Katzenmaul ist der pH-Wert deutlich höher als beim Menschen, dadurch werden gebildete Säuren neutralisiert und die säurebildenden Bakterien fühlen sich in so einem Umfeld auch nicht wirklich wohl.

    Allerdings gibt es eine ähnliche Erkrankung, die "Neck Lesions" oder "FORL" genannt wird. Deren Ursache ist bisher nicht geklärt. Sie kommt aber ebenso bei wild lebenden und nicht mit Fertigfutter ernährten Katzen vor wie bei Hauskatzen.




  • Wahrscheinlichkeit das Zuckerfutter unserer Nachbarin (Purina One)

    da muss ich nochmal meinen Senf dazu geben. Der Zucker Anteil in Nassfutter beträgt maximal 0,5 %. Der Zucker wird für die Karamellisierung benutz damit es schön aussieht. Zucker in einer solch geringen Dosis hat nachweislich keine Auswirkung auf den Organismus der Katze. Also , keine Karies, keine Diabetes, Katze wird weder dick noch abhängig und sie kann es auch nicht schmecken.

    Übrigens Menschnahrung mit einem Zuckergehalt bis 0,5 % darf laut DGE als "zuckerfrei" gekennzeichnet werden.

  • Ich glaub auch, dass es grösstenteils Veranlagung ist - und dann halt „verschleppt“ (wie bei der Katze der Nachbarin) - mein früherer Kater (vor über 20 Jahren) war übergewichtig, da hauptsächlich von Trofu ernährt, wenn Nassfutter, dann nur Whiskas etc., hat nie frisches Fleisch gesehen und diese hochwertigen Futtersorten gab es ja damals noch nicht. ... zum TA haben wir ihn kaum bekommen, da er immer so ausgerastet ist - aber die Zähne waren immer topp.

  • Hm..... danke Sternenfahrer für die Erklärung. Also die Löcher in Sammies Zähnen waren irre, wir waren richtig erschrocken. Der arme Kerl muss ziemlich Schmerzen gehabt haben. Und FORL war nur ein Verdacht der TA. Habe gerade gelesen, dass Herumschweindeln mit Futter ein Zeichen für Zahnschmerzen ist. Das war mir bis dato nicht bewußt. Sam hat schon als Kitten geschweindelt. Weder die Züchterin noch die Tierärztin haben uns was dazu gesagt.

    Diese Woche kommt die TA zum Impfen vorbei und macht dann auch Maulkontrolle. Demnächst ist dann auch eh Zahnsteinentfernung mit Narkose. Da lasse ich beide Jungs dann mal genau kontrollieren. Sammy ist leider nicht ruhig genug, dass man in Ruhe ins Maul schauen kann.


    Diabetes bei Katzen gibt es aber schon.


    Dari_Nala Charlie wird auch immer panisch auf dem Weg zum TA, deshalb lassen wir Routinesachen von einer mobilen TA machen. Das ist für alle Beteiligten stressfrei.

  • Das wäre damals super gewesen mit einem TA, der nach Hause kommt ... mein Kater war Baujahr 1989, ich glaube sowas gab es damals leider noch nicht. Er musste mal in eine Katzenpension und da mussten wir ihn wohl oder übel auch impfen lassen. Da ist er beim TA trotz Beruhigungsmitteln so ausgeflippt, dass die Helferin längere Zeit wegen Blutvergiftung im KH war. Und das trotz dessen, dass die nur in Schutzkleidung und mit diesen dicken Lederhandschuhen da ran sind ... zuhause war er ein Lämmchen - dort habe ich ihn in seinem ganzen Leben nur einmal fauchen gehört - und zwar als ihm mal der Staubsauger zu nahe kam.

  • Ach je..... ich kann das nachfühlen.


    Charlie ist ein Lämmchen, aber er schreit sich während der Autofahrt dermaßen in Panik, dass er hechelt und die Pfoten total schwitzen. Und natürlich Angstpipi im Trolley.


    Sammy fährt zwar problemlos Auro, aber beim TA haben wir ihn einmal zu viert nicht gebändigt bekommen......


    deshalb lassen wir möglichst alles, was nicht Gerätediagnostik betrifft, daheim machen. Sogar Zahn-Op geht. Grundvoraussetzung ist ein größerer Tisch, den Rest erledigt die TAin.


    Vor 20 Jahren waren mobile TAs sicher noch kein Thema, aber heutzutage eine prima Alternative. Und bei 2 Katzen lohnt sichs doppelt. Freitag kriegen beide ihre Leukose- und Katzenschnupfenimpfung und schonmal einen kurzen Zahncheck. Ich habe den Verdacht, das Charlie auch was hat, weil er seit kurzem auch mit dem Futter schweindelt. Letztens gabs gekochtes Huhn, da war hinterher mehr neben als im Napf. ? Wenn sie nichts findet, müssen wir ihn evtl. doch mal ins Auto packen und röntgen lassen. Das ist dann Pech, aber da muss er dann halt durch.

  • LOL, dann bin ich, was Diabetes betrifft, schonmal beruhigt. Unsere Jungs haben dicke Muckipakete, die auch vom TA schon wohlwollend bemerkt wurden. Und schlank sind sie dementsprechend auch.


    Dann frage ich mich aber, wie das mit der Anfälligkeit für Nierenkrankheiten ist? Hier wird doch durchaus gesagt, dass Zuckerzusätze zumindest mitverantwortlich dafür sind, weil der Stoffwechsel auf Zuckerverarbeitung nicht ausgelegt sei. Ist das dann auch eine Falschannahme?

  • Ich dachte immer, die Nierenproblematik liegt in erster Linie an „schlechten“ Proteinen, die halt nicht zum Stoffwechsel der Katze passen (da unnatürlich - also zb Kuh statt Maus überspitzt gesagt), und das dann verbunden mit zu wenig Wasseraufnahme zum Durchspülen der Nieren ...

    Und ich glaub, dass zumindest ein zu hoher Getreideanteil im Futter den Blutzuckerspiegel ungünstig beeinflusst und es dementsprechend dadurch zu Diabetes kommen kann.

  • Dann frage ich mich aber, wie das mit der Anfälligkeit für Nierenkrankheiten ist? Hier wird doch durchaus gesagt, dass Zuckerzusätze zumindest mitverantwortlich dafür sind, weil der Stoffwechsel auf Zuckerverarbeitung nicht ausgelegt sei. Ist das dann auch eine Falschannahme?

    Ja das ist auch falsch. da ich etwas faul bin habe ich dir was von Tierklinik Seiten rausgesucht:

    Ursache für Nierenerkrankungen bei Katzen

    • Alter: Besonders ältere Katzen können von einer Nierenschwäche betroffen sein, weil die Nierenleistung bei höherem Lebensalter nachlässt
    • Verletzungen: Vernarbt Nierengewebe, verliert es seine Funktion. Eine Nierenschwäche kann die Folge sein
    • Vergiftungen der Katze (Pestizide, Herbizide, Lösungsmittel, Liliengewächse)
    • Infektionen der Katze
    • Verminderte Durchblutung: Ist die Niere nicht ausreichend durchblutet, wird das empfindliche Nierengewebe nicht ausreichend versorgt. Nierenschäden sind die Folge
    • Missbildungen der Niere (z.B. Zystennieren)
    • Immunreaktionen: körpereigene Abwehrstoffe können die feinen Nierengefäße verstopfen, sodass die Niere der Katze nicht mehr ausreichend durchblutet wird
    • Zuviel Phosphor in der Nahrung
    • Nierenschäden durch einen Harnrückstau, wenn Harnsteine die Harnröhre verstopfen


    Wenn eine Katze nur Trockenfutter bekommt und somit zu wenig Flüssigkeitsaufnahme hat kann sie Harnsteine bekommen die dann Nierenschäden verursachen. Ich bin übrigens kein Freund von Zucker, aber die Dosis macht das Gift. Ich persönlich ernähre mich seit 10 Jahren nahezu Zucker und Getreidefrei. Fast wie meine Katzen. Es ist auch für Menschen gesünder die Energie aus Proteinen (nicht zu viel) und Fett zu beziehen anstatt aus Kohlehydraten (Zucker und Getreide).

  • Dari_Nala ok, danke! also keine Kuhmilch geben, war eh klar aufgrund der Laktose. Aber d.h. auch, dass die laktosefreie Katzenmilch aus dem Tierfutterhandel letztlich auch nicht gut, weil von der Kuh, ist?!

    Hoher Getreideanteil ist auch schlüssig, weil Kohlehydrate enthalten.


    sternenfahrer, danke Dir, da steht ja quasi alles ausser Zucker/ Kohlehydrate ? Ich werde auch nochmal nachlesen.
    Harnsteine / Struvit sind auch ein interessantes Thema, bei zuviel TroFu.


    Bislang funktioniert bei meinen Jungs alles gut. Sam mag TroFu gar nicht und Charlie frisst davon nicht viel. Oft haben wir auch getreidefreies TroFu.

  • Achso! Ich meinte das eher in Bezug auf Fleisch ... also nach dem Motto, dass es für die Katze ja nicht natürlich ist, ne Kuh zu fressen ... da käme ja eher was in Rtg. Maus, Vogel, Fisch oder auch noch Kaninchen infrage ... und bei industriellem Katzenfutter kommen da ja bei billigen Sorten möglicherweise auch noch Teile der Kuh rein, die ohnehin nicht wirklich fressbar sind, wie zb Hufe oder so ... und ich glaube nämlich, um diesen ganzen Schlachtquatsch zu stabilisieren, muss mehr Phosphat zugegeben werden als gut ist - und das ist dann wiederum schlecht für die Nieren. Zuviel Phosphat ist sogar auch für menschliche Nieren schlecht.


    Also so ungefähr meinte ich das ... ;)

  • Katze frißt Kuh ? Ok, habe ich erst anders verstanden.


    Apropos Kuh, oder eher Rind:
    Tatsächlich habe ich aus einem anderen Bengalenforum, in dem auch viele Züchter aktiv schrieben, vor einigen Jahren gelernt, dass frisches Rinderherz für Bengalen gut zur Zahnpflege und ausserdem gesund aufgrund des hohen Anteils an natürlichem Taurin ist. Wir kaufen im Großhandel regelmäßig 1-2 Herzen vom Jungbullen, die sind geputzt und in Folie verschweißt. Gewicht ca. 1,4 - 1,7 kg. Daheim angekommen muss das Herz sofort verarbeitet werden, da Innereien nur bei Temperaturen von höchstens 3 Grad haltbar sind. Der Kühlschrank ist da also zu warm.
    Wir packen dann also Schneidebretter und Fleischmesser aus, waschen, tupfen ab und schnetzeln die Herzen. Man kann sie auch in ganz kleine Stückchen schneiden, das ist magenfreundlicher. Dann portionsweise einfrieren, wir machen Portionen von 600 - 700 gr. Aufgetaut entnehmen wir immer einige Stücke und übergiessen sie mit warmem Waser, bis sie handwarm sind. Und dann ab in die Näpfe zu den hungrigen Jungs. Rinderherz steht bei ihnen gleichermaßen hoch im Kurs wie Eintagsküken oder Hühnerbrust.


    Netter Nebeneffekt ist, dass die Jungs davon supersatt werden und die ganze Nacht quasi durchschlafen. Deshalb gibt es bei uns immer Rinderherz ab Freitagabend ?

  • Vor größeren Stücken kann ich aus eigener Erfahrung nur warnen. Zum einen kauen Katzen ja meist nicht richtig, sondern sie schlingen. Und abbeissen können sie auch kaum, höchstens unter Zurhilfenahme der Krallen, also eher ein Abreissen. Es droht bei größeren Stücken Erstickungen, wenn das verschlungene Stück zu groß ist. Ausserdem können große Stücke nicht gut verdaut werden. Meine Jungs lieben Rinderherz so sehr, dass sie sich die Bäuche richtig vollschlagen. Bei zu großen Stücken hat das dann Erbrechen der unverdauten Stücke zur Folge. Deshalb schneiden wir das Fleisch inzwischen recht klein, in etwa auf Größe der Stücke des Industriefutters in Beuteln mit Soße.


    Ich denke, dass der Zahnputzeffekt insgesamt eher gering ist, egal um welches Fleisch es sich handelt, eben weil sie mehr schlingen als kauen.