Zusammenführung, 6 Monate und 3 Monate alt

    Hallo,


    wir haben seit Anfang des Jahres unsere Bengalin Samira (06.10.20). Sie hat sich hier gut eingelebt, spielt mit uns, kommt immer zur Begrüßung zu uns, egal ob Morgens oder wenn wir unterwegs waren. Sie wurde mit ca. 5 Monaten kastriert.


    Manchmal hat sie ein wenig zu viel Energie als das wir sie im Spiel verpulvern könnten. Ein Spielgefährte war dann relativ schnell geplant.


    Seit letzem Wochenende haben wir die zweite Bengalin Acadi (09.01.2021) bei uns. Vom Züchter wurde uns gesagt, dass sich die Zusammenführung als unproblematisch zeigen würde, beide seien ja noch sehr jung.

    Wir könnten die neue nach ner halben Stunde dazulassen. Das haben wir auch getan.


    Im Nachhinein war das wohl eine schlechte Idee....


    Samira hat nur kurz einen Blick drauf geworfen und dann angefangen Acadi zu hauen. Begleitet von leichtem Knurren.


    Acadi hat sich nur zusammengekauert und ziemlich heftig zurückgeknurrt.


    Wir haben sie jetzt erstmal getrennt, am Gitter zusammen gefüttert, das ging so weit gut, sie starrten sich ein wenig an, knurrten nur leicht.


    Letzte Nacht hat die kleine es irgendwie geschafft das Gitter zu überwinden, saß dann mehr oder weniger auf dem Sofa in dem Zimmer wo Samira sonst schläft. Einen Streit haben wir nicht gehört.


    Das ging dann los, als wir dabei waren. Samira haut Acadi und jagt sie in die Ecke. Lässt kurz ab, geht eine Runde und läuft dann wieder dahin und haut sie.


    Wir trennen sie jetzt wieder.
    Ist das Verhalten als Eifersucht oder Revierverteidigung anzusehen?


    Wir hatten ein bisschen die Hoffnung das Acadi möglicherweise noch unter Welpenschutz steht.


    Viele Grüße


    Dennis

  • Hallo Dennis!


    Es kann auch gut sein, dass die kleinere einfach irgendwann als Beute betrachtet wird, wenn sie sich nicht genügend behauptet. Und letztendlich immer drunter zu leiden hat, wenn sich das manifestiert.


    Ich würde die beiden wieder trennen mit Sichtgitter (ich würde eine billige Tür aussägen, so dass nur noch ein Rahmen da ist und innen ein Gitter reintackern, dann ist das nicht immer so ein Gefummel und man kann die Räume wirklich sicher abtrennen - später kann man einfach die normale Tür wieder einhängen). Am Gitter sollten sie sich füttern lassen ohne Stress und sich nicht fixieren, anknurren etc. - du musst sie aus solchen Situationen dann ablenken zB mit Spielsachen oder Leckerli.


    Wenn das dann klappt, kannst du sie zusammen lassen, aber erst mal nur mit "Betreuung" - zB Spiel (am besten spielt eine Katze zuerst jeweils mit einem Menschen, sie sollten sich dabei dann gar nicht mehr groß beachten, dann kann eine Person versuchen, mit beiden gleichzeitig zu spielen usw.)


    Grundsätzlich müssen beide immer "was schönes" erleben, wenn sie zusammen sind und die Situation muss "gut" enden - also nicht solange warten, bis sie sich wieder verhauen oder so. Da sie ja noch klein sind, sollte das recht gut gehen, denn so revierfixiert sind sie ja dann noch nicht.


    Grundsätzlich ist es wichtig, dass in der Wohnung keine Sackgassen sind, wo eine Katze in die Enge getrieben werden könnte - auch keine Klos mit Haube etc. Sowas bietet sich für Katzenmobbing ja immer an - und solche Stellen solltest du eliminieren, dass es dazu gar nicht erst kommt.

    Schonmal vielen Dank für die schnelle Antwort.


    Wir werden das Gitter „verbessern“ so dass kein Durchkommen mehr möglich ist.


    Das Füttern klappte ja schon ganz gut. Vielleicht legt sich das Feindselige dann mit der Zeit.
    Wenn die Kleine sich hier ein bisschen eingelebt hat traut sie sich dann vielleicht auch ein wenig Konter zu geben.


    Wirkliche Sackgassen gibt es hier eigentlich nicht. Kommt ein bisschen auf das jeweilige Zimmer an. Im Wohnzimmer haben wir den Kratzbaum und den Catwalk, dafür ist Acadi aber noch ein wenig zu klein.

    Ich denke wenn sie die Wohnung komplett erkundet hat wird sie dann sicherer.


    Ich halte euch hier auf dem Laufenden.


    Gruß


    Dennis

    Update:


    Wir haben Erfolge zu verzeichnen.

    Das Gitter ist nun unüberwindbar, probiert hat die Kleine es trotzdem :D


    Haben am Gitter jeweils mit beiden gespielt, danach am Gitter gefüttert. Das Anstarren ist nun verschwunden, sie haben ruhig gegessen.


    Haben sie danach mal zusammen gelassen.

    Samira möchte jetzt wohl spielen, dass ist der Kleinen wohl noch ein bisschen zu viel.


    Aktuell nach der letzten Fütterung, ohne Gitter, einfach nebeneinander hat die kleine gegessen und Samira hat sie dabei geputzt.


    Danach sind sie zusammen losgelaufen.

    Das Spielen war Acadi dann aber wohl doch noch zu viel/stark.


    Aber es wird :)


    Viele Grüße


    Dennis

  • Haha, die Keilerei in Anwesenheit der Dosis kennen wir auch. Achtung, das ist Alphatiergehabe! Es geht tatsächlich darum, dem Dosi - und natürlich auch der anderen Katze, zu zeigen, wer hier jetzt Chef ist. Das machte unser Neuzugang Sammy mit Altkater Charlie auch. Wir haben uns demonstrativ mehr um Charlie gekümmert, damit der Kleine lernte, dass es in unserem Haushalt keine Chefs gibt und erst recht keine Angriffe gegen jemanden. Euere Rolle sollte also die der Ausgleichenden sein. Es hat bei uns gedauert, aber Sammy hats inzwischen kapiert. Wenn Ihr nichts tut, wird das in Dauerkrieg ausarten und pbelstensfalls in Depressionen der angegriffenen Katze mit Urinieren als Resultat.


    Wenn der Kleine angriff, haben wir immer „Sammy NEIN!“ gerufen. Und anschliessend gelobt, wenn er abliess und ein Guttie gegeben. Hat geholfen.

    Haben sie heute immer nach dem Füttern zusammen gelassen.

    Haben dann mit dem Wedel gespielt, klappt ganz gut beide gleichzeitig zu beschäftigen.


    Samira, also die alte springt aber immer wieder auf die kleine Acadi und versucht ihr in den Hals zu beißen, die Kleine Faucht dann, manchmal knurrt sie auch. Samira gibt dabei keine Geräusche von sich.


    Danach ist wieder alles gut, Samira versucht es aber immer wieder.


    Wie ist das zu deuten? Sollen wir dazwischen gehen?


    Gruß Dennis

  • Wenn die Alte auf den Neuzugang geht, ist das in der Tat Revierverhalten. Zeigt Samira, dass Ihr sie noch genauso liebt und ihr Aufmerksamkeit schenkt wie zuvor. Und ja, ich gehe immer bei Kämpfen dazwischen. Ich versuche damit auch zu signalisieren, dass es bei uns im Haus keine Gewaltattacken gibt und wir eine friedliche Hausgemeinschaft sind.


    Es gibt natürlich auch mal spielerische Rangeleien, die gehören dazu. Aber ab und an entwickelt sich daraus eine bösere Keilerei und das ist dann der Zeitpunkt zum Eingreifen. Was Rangelei ist und was über der Grenze, werdet ihr schnell selbst merken.


    Vor allem ist wichtig, dass Ihr mit beiden gleichermaßen viel spielt und streichelt. Loben nicht vergessen. Jedes positive Verhalten durch Lob oder ab und an Leckerlie verstärken und damit unerwünschtes Verhalten. zurückdrängen..

    Hi,


    habe gute Nachrichten, es ging dann irgendwie doch schneller als erwartet :)