Bengal - Qualzucht?

    Hallo miteinander!


    Im Internet hab ich heute diesen Artikel gelesen (Ausschnitt s. Bild) ...


    Es geht wohl nur um was Nationales, obwohl es sich zuerst wie ein EU-Ding liest. Allerdings frage ich mich, was bitte an Bengalen und Savannahs Qual sein soll? Natürlich haben die gewisse Ansprüche an die Haltung und auch Erbkrankheiten sind - wie übrigens bei JEDER gezielten Zucht bei Rassetieren (egal ob Katze, Hund, Pferd etc.) eher mal anzutreffen, allerdings definiert man den Begriff Qualzucht ja auch wohl eigentlich so, dass das Zuchtziel im Körperbau besagte Qual bedingt.


    Was meint ihr dazu?

  • Geht wohl darum, dass Bengal zwar keine körperlichem Anomalien haben aber der Ursprung auf eine Kreuzung von Wildkatzen beruht:


    Auch exotische Katzenrassen betroffen

    Das Verbot berücksichtigt nicht nur Tiere mit bestimmten, körperlichen Anomalien. Auch Katzenrassen, die auf die Kreuzung von exotischen Wildkatzen mit Hauskatzen zurückgehen, dürfen nicht länger gezüchtet werden.

    Dazu zählt unter anderem die Bengalkatze. Von Liebhabern dieser Rasse wird sie aufgrund ihres Wildkatzen-Looks auch als „der gezähmte Leopard“ bezeichnet. Seit etwa 2015 erfreut sich der Wildtierhybrid einer immer größer werdenden Popularität.

  • Hier eine Stellungsnahme de Tierschutzbundes:


    Ein in Deutschland relativ neuer, aus der Sicht des Tierschutzes unverantwortlicher Trend ist die Haltung von Hybridkatzen. Kater wilder Katzenarten werden dafür mit weiblichen Hauskatzen verpaart - z. B. Savannah (Servalkater mit z. B. Siam-Katze), Bengale (Bengal- oder asiatische Wildkatze mit Hauskatze) und Caracat (Karakalkater mit z. B. Maine-Coon-Katze).

    Bei der Verpaarung kommt es häufig zu Verletzungen des Muttertieres durch den Nackenbiss. Dadurch dass die Nachkommen einiger Wildkatzen (z. B. Savannah, Caracat) drei bis viermal so groß sein können wie normale Katzenwelpen, kommt es in der ersten Generation fast immer zu Schwergeburten, Notkaiserschnitten oder Totgeburten. Die Muttertiere überleben diese Tortur oft ebenfalls nicht.

    Ein weiteres Problem für die Züchter zeigt sich bei den männlichen Nachkommen dieser Kreuzungen. Alle Kater bis zur dritten Generation sind steril. Deshalb müssen weiterhin die oftmals deutlich größeren Wildkater eingekreuzt werden.

    Den hohen Ansprüchen der Hybridkatzen (durch die Wildtiereigenschaften) wird die Haltung meist nicht gerecht und sie entwickeln dadurch Verhaltensstörungen.

    Werden die Jungtiere solcher Katzen privat gehalten, kommt es aufgrund der Wildtiereigenschaften dieser Tiere zu enormen Problemen: Diese Katzen sind nach wie vor nachtaktiv, haben einen starken Jagdtrieb und verhalten sich nicht immer wie domestizierte Tiere. So können sie problemlos Absperrungen von zwei Metern Höhe überwinden. Sollten sie beißen oder kratzen, sind die Folgen ungleich schwerer als bei Hauskatzen. Bei Freilauf stellen die genannten Wildtiereigenschaften auch eine ernste Gefahr für heimische Wildtiere in der Umgebung dar.

  • Ich war im ersten Moment schon verblüfft warum Bengalen als Qualzucht gelten sollten, habe dann aber auch recherchiert und bin auf einen ähnlichen Artikel gestossen wie sternenfahrer


    Wenn man liest was die ersten Generationen, vor allem die Mütter, durchmachen mussten (und müssen??) bekomme ich ein schlechtes Gewissen. Durch die Anschaffung meiner Kater mache ich bei dem Treiben ja indirekt mit. Ich hoffe sehr, dass nicht mehr viele neue F1-F3 Generationen gezüchtet werden. Aber ein generelles Verbot der Rasse, gerade wenn nur noch spätere Generationen miteinander verpaart werden, finde ich irgendwie auch überzogen.


    Was meint ihr dazu?

    Ich dachte in Deutschland gibt es kaum etwas unter F5 Generation bei den seriösen Züchtern (oder liege ich da total falsch?) und die Zucht ist ja laut Verband wie gesagt eigentlich reinerbig vorgesehen, somit braucht man die ALC oder frühe Filialgenerationen zur Zucht nicht mehr. Die Haltung von F1 bis F3 oder F4 geht in den meisten Bundesländern wohl auch nur unter behördlichen Auflagen / bzw. Genehmigungen.


    Die ALC ist ja auch eher eine kleine Katze - von daher ist die Geburt hoffentlich nicht so problematisch ...

    Bei den anderen Hybridrassen ist das natürlich was anderes - bei Instagramm und co sieht man, dass in China und Russland (so wie ich es erkennen kann) oft als Statussymbol solche Katzen gehalten werden - aber auch gern mal direkt ein Puma, Luchs oder ein Ozelot etc. ...


    Ich meine, die Bengal(haus-)katze ist - unter anderem - auch durch die Leukämie-Forschung oder so entstanden - also sozusagen als "Nebenprodukt eines Tierversuchs" ...

  • Also bei Wikipedia liest sich folgendes: Die heutige Bengal wird ausschließlich reinerbig gezüchtet, das heißt die Tiere dürfen nur untereinander verpaart werden.


    Also Bengal mit Bengal, oder?



    Wikipedia:

    Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Die Genetikerin Jean Mill (damals hieß sie noch Jean Sugden) verpaarte 1963 eine weibliche asiatische Leopardkatze (Prionailurus bengalensis) mit einem schwarzen Hauskater, um die getupfte Fellzeichnung und den geschmeidigen Körperbau der Wildkatze mit den Charaktereigenschaften der Hauskatze zu verbinden. Die zweite Generation (F2) bestand aus der Rückkreuzung eines Weibchens der ersten Kreuzungsgeneration (F1) mit dem Vatertier. Dieses Zuchtprojekt unterbrach sie nach dem Tod ihres Ehemanns. Erst 1972 führte Sugden die Zucht weiter, als sie von Willard Centerwall, einem Genetiker an der Universität von Kalifornien, acht weibliche Hybriden übernahm. Während der Erforschung der Krankheit Feline Leukose (FeLV) kreuzte auch er asiatische Leopardkatzen (Prionailurus bengalensis) mit domestizierten kurzhaarigen Hauskatzen.

    Wesen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Die heutige Bengal wird ausschließlich reinerbig gezüchtet, das heißt die Tiere dürfen nur untereinander verpaart werden. Bei der Entstehung der Rasse wurden allerdings auch andere Rassen wie Ägyptische Mau, Abessinier, getupfte Orientalisch Kurzhaar und American Shorthair eingepaart. Bengalen sind bis ins hohe Alter extrem verspielt und aktiv. Sie sind sehr neugierig und in der Lage, Gegenstände zu apportieren. Bedingt durch ihr intelligentes Wesen und ihre Aktivität benötigt diese Katzenrasse viel Beschäftigung, da sie sonst zu Verhaltensauffälligkeiten neigen könnte. Sie unterhält sich sehr gerne mit ihren Menschen, sei dies nun mit fast aufdringlichem Schmusen und Schnurren oder auch stimmlich durch Gurren und Miauen. In ihrer Art erinnert sie teilweise an einen kleinen Hund, der seinem Menschen durch die ganze Wohnung folgt. Bengalen haben eine enorme Sprungkraft und viele lieben das Wasser; beides ist ein Erbe ihres wilden Verwandten, der asiatischen Bengalkatze (Prionailurus bengalensis).

    Ja genau - es dürfen eigentlich keine ALC, oder auch andere Hauskatzenrassen, mehr eingekreuzt werden. Aufgrund des Inzuchtfaktors könnte es natürlich aber sein, dass noch F1 bis F4 eingekreuzt wird - da die aber anscheinend wieder ein Unfruchtbarkeitsrisiko bei Katern darstellen, ist das vielleicht nicht so eine gute Idee. Und gibt es diese frühen Generationen bei Bengalkatzen in Deutschland überhaupt noch? Oder kann man Zuchtkatzen dieser Generationen importieren? Vielleicht kann uns ein Züchter aus dem Forum hier mal helfen? ;)


    Gerade mal schnell gegoogelt, find ich bzgl. F1 - F3 eigentlich nur auf den ersten Blick nur betrügerische Angebote ... also sowas hier:


    F1 Bengal Kitten mit TICA reg

    F1 Bengal Kitten mit TICA reg . Kätzchen mit der Registrierung TICA. Alter von 13 Wochen. Mikrochip, Impfung, Europass. ALC Vater, Mutter Bengalkatze mit dem Stammbaum. Ausgezeichnete Sozialisierung der Kitten. Wird verwendet, um Pellets-, Fleisch-, Katzen-Toilette, die anderen Katzen, ein Hund. Der Junge nur als Haustier. Mädchen available im Zucht. Sehr Wildfarbe, ruhig und anhänglich. Wir sprechen Deutsch. Für weitere Informationen kontaktieren Sie uns bitte per Telefon oder per email. Die latzte 2 Fotos sind beide Eltern.

    Steti | 700,- | 14.08.

    Unter cat-news.net hab ich bzgl. des konkreten Verbots in Brüssel nun dies als Grund für Bengalkatzen (und es ist nicht von Unterschieden in den Generationen die Rede!) gefunden:


    "Das Verbot bezieht sich hier auf den Umstand, dass die Haltung dieser Katzen mit extrem hohen Ansprüchen verbunden sei. Das Leben in der menschlichen Umgebung sei für den Wildtierhybriden kaum artgerecht gestaltbar, heißt es. Verhaltensstörungen seien aus diesem Grund bei dieser Rasse zu erwarten."

  • Irgendwie geht mir das Thema nicht aus dem Kopf.

    Knurren und fauchen eure Bengalen auch bei gewissen Spielzeugen? Gestern habe ich so Korkrollen mit Federn an beiden Enden gekauft. Benji zack das Ding im Maul und knurrend weggetragen. Machen das andere Katzen auch oder kommt da die Wildkatze wirklich durch? Und wenn ja, ist es so schlimm wenn die Wildkatze ab und zu durchbricht, wenn die Katzen ein Ventil haben um es abzubauen. Also Jagdspiele mit der Angel, genug Platz zum rennen und sich gegenseitig jagen?

  • Das Fauchen und Knurren machen meine Kater auch, wenn sie ihre Beute vor den anderen verteidigen. :D Ich denke nicht, dass das Wildkatzen-Spezifisch ist. Die machen das sogar, wenn sie mir mal eine Wurst stibitzt haben und sie dann unterm Tisch verspeisen wollen. Hatte mal versucht, sie wieder zu holen. Aber da wurde ich angefaucht und angeknurrt, als ich der Wurst zu nahe kam. ^^

  • Irgendwie geht mir das Thema nicht aus dem Kopf.

    Knurren und fauchen eure Bengalen auch bei gewissen Spielzeugen?

    Das ist normal und hat nichts mit Wildkatzen-Hybriden zu tun. Meine Abessinier früher haben immer geknurrt um Spielzeug oder Essen zu verteidigen. Gerade bei Barfen haben sie die Küken knurrend durch die Wohnung getragen. Meine Bengalen habe ich hingegen noch nie knurren gehört. Loki hat einmal gefaucht als ich ihn aus Nachbars Wohnung (mit 2 großen Katern) geholt habe. Da war er aber nur nervös und überrascht. Das war das einzige mal.


    Ich sehe auch nicht dass meine Bengalen wilder als meine Abessinier sind. Nur der Freiheitsdrang ist groß. Festhalten oder in der Box eingesperrt geht gar nicht. Da flippen sie aus. Ich musste Koda nach der Kastration früher abholen weil er, als der aus der Narkose aufgewacht ist, angefangen hat die Box auseinander zu nehmen. Hat halt die anderen Katzen verrückt gemacht.


    Gruß

    Ralph

    Meine knurren und grummeln auch, wenn es besonders lecker ist oder tolles Spielzeug - allerdings knurren sie nur sich gegenseitig an und nicht uns Menschen - ich hab allerdings auch noch nicht versucht, denen die Lieblings-Leckerli-Wurst wieder wegzunehmen - das gehört sich ja nicht und da hätte ich auch etwas Angst :D - Spielzeug wegnehmen dürfen wir aber auf jeden Fall, denn sie wissen wohl: "Oh cool - jetzt geht's weiter ..."


    Mein alter Hauskater hat nie geknurrt oder so etwas ... und wenn die beiden Bengal-Mädels so richtig aufdrehen und sich z.B. jagen, dann ist das schon was anderes als mit meinem Kater früher ... aber der war auch allein, das kann ich irgendwie nicht so richtig vergleichen.

  • Bei Benji muss nicht mal wer in der Nähe sein, da wird einfach dauergeknurrt. Wenn der Bruder dann zu nah kommt (oder er dem Bruder - manchmal döst Anton und Benji knurrt auf dem Sofa mit seinem Spielzeug, schleudert es selbst zum Bruder rüber und faucht ihn dann an) wird gefaucht. Aber wegnehmen ist kein Problem, also wenn er sich nicht drin verbissen hat. Er schlägt nicht nach uns oder so. Kommt auch vor dass Benji ein Spielzeug knurrend verschleppt, Anton hinterher tapert und wenn ich dann eine Weile später gucken gehe spielt Anton damit und Benji schaut zu.


    Manchmal sehe ich in anderen Foren Videos von Katzen die ihre 5-Minuten haben sollen und ich denke, hmm, das ist gemütliches Spielen :D^^



    Am Ende spielen meiner Meinung die Haltungsbedingungen schon eine grosse Rolle. Aber das ist ja bei allen Haustieren so. Wenn ich einen Schäferhund in einer kleinen Grossstadtwohnung halte und ihn nicht genügend beschäftigen kann, wird er wahrscheinlich auch verhaltensauffällig. Aber Bengalkatzen gleich zu verbieten finde ich einfach übertrieben.

    Am Ende spielen meiner Meinung die Haltungsbedingungen schon eine grosse Rolle. Aber das ist ja bei allen Haustieren so. Wenn ich einen Schäferhund in einer kleinen Grossstadtwohnung halte und ihn nicht genügend beschäftigen kann, wird er wahrscheinlich auch verhaltensauffällig. Aber Bengalkatzen gleich zu verbieten finde ich einfach übertrieben.

    Das meine ich auch - und das ist bei allen Arten von Haustieren ja der Fall - nur, dass die meisten still vor sich hinleiden müssen, wenn die Haltung nicht stimmt. Die können sich nunmal nicht so gut durch angeblich "schlechtes Benehmen" bemerkbar machen, wie Katzen und Hunde.


    Das mit diesen 5-Minuten-Videos denke ich auch immer ^^ ...