Familienzuwachs

Unter dem Motto #wirbleibenzuhause findet seit langer Zeit wieder ein Fotowettbewerb statt. Mitmachen

    Hallo zusammen,

    mein Partner und ich spielen seit geraumer Zeit mit dem Gedanken zwei Bengalkitten als Familienmitglieder aufzunehmen.

    Nach zahlreichen Lesestunden in Büchern,im Internet und Gesprächen mit Katzenbesitzern, bleiben dennoch ein paar Fragen offen, würde mich freuen, wenn Ihr aus euer Erfahrungskiste plaudert :)


    Kurz zu uns:

    Wir wohnen auf 90qm mit Balkon und kleinem Garten am Rand eines überschaubaren Dorfes.

    Wir arbeiten beide Vollzeit und sind Werktags 7-8 Stunden,teilweise wenn auch selten mal 10 Stunden außer Haus, Wochenends haben wir beide frei :-).
    Ich bin mit Tieren aufgewachsen hauptsächlich mit eigensinnigen und doch gut erzogenen Hunden und ebenso eigensinnigen Wohnungskatzen und sonstigen Tieren.

    Das Wesen der Bengalkatzen hat uns verzaubert! Ihre Eigensinnigkeit, Temperament und doch zugleich sozial, verschmust spricht uns sehr an, es klingt nach einer Katze die Ihren Weg geht und doch einen gerne fordert und vorallem gefördert werden möchte, natürlich bei jeder anders ausgeprägt.


    Wir wünschen uns gerne zwei Katzen o.Kater und möchten Ihnen auch gerne Freigang ermöglichen (mit allen seinen Risiken und Facetten, das steht schon fest ;-) und unsere Wohnung natürlich Katzen Interessant ausstatten bzw.ausbauen. Für den Garten habe ich auch schon Pläne ^^


    Zu den eigentlichen Fragen


    Arbeiten

    Ist unsere Arbeitszeit überhaupt vereinbar mit zwei Bengalkatzen?

    Ich würde natürlich früher aufstehen um morgends Zeit zusammen zu haben und Abends die Zeit gemeinsam für Spiel & Spaß nutzen.

    Da ich den Eindruck habe das Sie Powerbündel sind und ich weiß nicht ob Freigang, Spielen / Kuscheln morgends/abends ausreicht um Ihnen gerecht zu werden?


    Eingewöhnung

    Okey nehmen wir an zwei Kitten ziehen bei uns ein, reichen 2 Wochen Urlaub aus um sich einander zu beschnuppern und zusätzlich das alleine sein zu üben?

    Sprich wie machen wir das eingewöhnen, nach 2 Wochen muss ich wieder arbeiten und da frägt man sich wie stellen wir das an?

    Gleich so früh zwei Bengalkitten in der Wohnung alleine zu lassen, ist das machbar oder habt Ihr Tipps wie man das am besten macht?


    Familienzuwachs

    Wir möchten selbst gerne zusätzlich zum Bengalkatzenzuwachs auch in naher Zukunft eigene Kinder.

    Ich habe viel gelesen über Katzen und Babys/Kleinkinder und bekam den Eindruck, entweder sollten jetzt bald die Kitten einziehen, um Zeit zu haben sich aneinder zu gewöhnen und Sie dann vielleicht 1-2 Jahre alt sind, bevor das eigene Baby kommt oder ist es besser solange abzuwarten bis die eigenen Kinder mindestens 3 Jahre alt sind und wir dann erst Bengalkitten aufnehmen?


    Das ist das Thema was mir derzeit besonders Fragen aufwirft, die einen sagen die Katzen ziehen sich zurück, wenn ein Baby schreit und rum krabbelt, bei den anderen klappt es wiederum gut, wenn man versucht die Katzen vorab etwas daran zu gewöhnen und sozusagen auf die Veränderung vorbereitet.

    Natürlich sollten die zwei auch mit Kindern nicht zu kurz kommen egal wann der eigene Zuwachs kommt, aber dann wäre natürlich mehr leben im Haus als zuvor.


    Da beides natürlich wohl überlegt sein sollte, da die Kitten gerne 15-20 Jahre mit uns das Leben teilen, frage ich mich welcher Zeitpunkt wäre der beste?

    Ich weiß ist vielleicht eine ungewöhnlich Frage,doch gerade die Recherchen dazu haben mich völlig verunsichert.

    Wie ist das bei euch habt Ihr Kinder und wie haben das eure Bengalkatzen aufgenommen?


    Züchter Tipp / Empfehlung

    Wir würden gerne von einem Züchter zwei Bengalkatzen holen und um diese mal persönlich erleben zu können, natürlich auch Kontakt zu Züchtern aufnehmen, könnt ihr welche im Raum Bodensee empfehlen?


    Wir würden uns über regen Austausch freuen und über eure Tipps.


    Liebe Grüße Innerzarge:)

  • Hallo und Willkommen im Forum. :)


    Ich versuche mal, deine Fragen aus meiner Sicht zu beantworten:


    Arbeiten:

    Wenn ihr zwei Katzen bei euch einziehen lasst, sind die Arbeitszeiten kein Problem. Ich war damals auch ca. 9 Stunden am Tag außer Haus und meine drei Katzen haben das problemlos mitgemacht. Sie forderten dann aber am Abend auch das gemeinsame Spiel ein. Notfalls lautstark oder indem sie Unsinn machten. :D


    Meine Katzen haben keinen Freigang. Sie sind den ganzen Tag in der Wohnung, haben dort aber genug Kletter- und Kratzmöglichkeiten. Wir haben in fast jedem Raum einen Kratzbaum stehen. Im Wohnzimmer gibt es sogar zwei davon.


    Eingewöhnung:

    Zwei Wochen sollten eigentlich reichen. Kommt zwar immer auf die Katzen selbst an, aber meine drei fühlten sich schon nach nichtmal einer Woche wie zu Hause. Ich habe sie die ersten drei Tage nur in einen Raum gelassen (wo dann alles drin stand) und dann war eigentlich angedacht, erst den Flur für sie zu öffnen und dann jeden Tag einen weiteren Raum. Meine drei hatten allerdings andere Pläne und erkundeten sofort den Rest der Wohnung und nahmen ihn für sich ein. :D


    Familienzuwachs:

    Hier kommt es stark auf den Charakter der Katzen an. Ich habe zwei sehr sensible Katerchen, die schon während der Schwangerschaft auf die kommenden Veränderungen mit Harn-Markieren reagiert haben (hatte hier im Forum auch mal mein Leid beschrieben). Das ließ auch nicht nach, als das Baby da war. Da waren sie dann eifersüchtig, dass ich nicht mehr so viel Zeit für sie hatte und sich gerade die Anfangszeit viel um das Baby drehte.


    Wir haben es jetzt eigentlich ganz gut im Griff. Die Lösung war, sich mehr mit den Katzen beschäftigen (Spielen, streicheln, kuscheln, wenn sie es zulassen).


    Unsere Katzen haben dann auch bei jedem neuen Entwicklungsschritt wieder mit Markieren angefangen. Als die Kleine robben konnte, war ihnen das nicht geheuer. Und als sie zu Krabbeln begann, auch nicht. Da markierten sie wieder vermehrt.


    Mittlerweile passiert es nur noch selten und dann eher, wenn ich mal keine Zeit für sie habe, weil ich gerade andere Dinge mache.


    Aber meine Katzen sind da wirklich sehr extrem. Das muss bei deinen dann nicht auch so sein. Die Züchterin unserer Katzen meinte, so eine Reaktion hat sie noch nie erlebt oder erzählt bekommen. Wir fragten sie nämlich um Rat, aber sie hatte keinen, den wir nicht schon probiert hatten.


    Unsere Kater haben sich nun aber an das neue Familienmitglied gewöhnt. Sie lassen sich nun sogar von unserer Tochter (sie ist jetzt 16 Monate alt) streicheln und fressen ihr aus der Hand. Sie laufen auch nicht mehr sofort weg, wenn sie ihnen zu nahe kommt.


    Unsere Katze hat sich tatsächlich etwas zurückgezogen. Aber wenn das Baby schläft, kommt sie vor und holt sich ihre Streicheleinheiten ab. Ich habe auch festgestellt, gemeinsames Spielen (unter Aufsicht) mit Katzen und Baby fördert auch das Aneinandergewöhnen.


    Wenn ihr jetzt schon wisst, dass bald Familienzuwachs geplant ist, versucht, eure Katzen nicht allzu sehr mit Streicheleinheiten und zu viel Aufmerksamkeit zu verwöhnen. Ich denke mal, das war unser Fehler. Ich habe mich wirklich sehr viel mit den Katzen beschäftigt, als wir noch kein Kind hatten.


    Und ich bin gespannt, wie das dann ist, wenn unser zweites Kind im Anmarsch ist (ich rechne mit nächstem Jahr). :D Das wird wahrscheinlich dann wieder ein Abenteuer für uns.


    Züchter:

    Einen Züchter in deiner Nähe kann ich dir leider nicht empfehlen.


    Was ich dir jetzt schon sagen kann: Mit Bengalen wird es nie langweilig. :) Ich habe schon oft gesagt, wir haben eigentlich drei Hunde hier und keine Katzen. :D

  • Hallo!


    Ich würde sagen, euer Platz reicht locker - vor allem, wenn sie auch raus dürfen - und ihr ja, wie du schreibst, auch Lust habt, eine Menge Kratzbäume etc. aufzustellen.


    Ich denke auch, dass das Arbeiten kein Problem darstellt und die 2 Wochen Urlaub haben bei uns zumindest gereicht.

    Die Kleinen waren morgens aktiv und haben getobt - dann war ab ca. 10 Uhr Ruhezeit bis ca. 17 Uhr (zwischendurch mal rumlaufen und gucken, ob noch alles beim alten ist und ein bisschen fressen) - und dann abends wieder getobt und gespielt ... das wär denen vermutlich vollkommen egal gewesen, wenn ich zur Arbeit gegangen wäre ;) - Jetzt, wo sie ca. ein halbes Jahr alt sind, sind die Zeiten noch nicht sonderlich anders - evtl. etwas längere aktive Phasen am Tag (das bekomme ich mit, wenn ich Homeoffice mache) - also alles sehr entspannt ...


    Zu Kindern kann ich leider nicht viel beitragen - außer, dass unsere 11jährige Tochter natürlich jetzt ständig Besuch von katzenverrückten Freundinnen hat - und den Katzen das gar nicht wild genug sein kann. Die sind sowieso auch immer sofort dabei, egal wie viele und wie fremd die Personen auch sein mögen ...


    Ich weiß nur soviel, dass plötzliche Unsauberkeit meist mit Ängsten vor Revierverlust zu tun hat - das kann natürlich sein, wenn plötzlich ein Baby da ist und dann ist das Babyzimmer oder andere Bereiche vlt. für die Katzen tabu ... oder sie werden dann weniger beachtet und sind eifersüchtig ... obwohl ich mir vorstellen könnte, das ist bei zweien nicht immer in erster Linie der Grund.


    Unsere beiden schlafen nachts in einem bestimmten Katzenraum mit großem Kratzbaum und vielen anderen Dingen, wie Höhlen, Tunnel, Fensterliegen, Spielschienen etc. - nur da gibt es das normale Futter ... da gehen sie auch gern tagsüber hin, wenn sie Ruhe wollen und sie wissen, da gehört alles ihnen. Bei uns sind auch einige Räume tabu (z.B. Küche und wenn keiner da ist das Wohnzimmer) - aber das war alles von Anfang an so und sie kennen es nicht anders.


    Vlt. ist sowas in der Art ja eine Idee für euch - dass ihr euch jetzt schon überlegt, welche Räume wie genutzt werden sollen, und dann kennen sie es halt nicht anders ... Also das zukünftige Kinderzimmer ist tabu usw.


    Nur zum Vergleich:

    Das ungünstige Gegenteil dazu wäre ja, wenn das Katzenzimmer zum Kinderzimmer umfunktioniert wird (auf so eine Idee kommen manche tatsächlich) - da wäre es ja ziemlich sicher, dass die Katze sich nicht mehr zurechtfindet und mit Unsauberkeit reagiert, da sie ja Teile ihres Reviers verloren hat.


    Oder sie durften immer mit im Schlafzimmer schlafen oder sogar im Bett und plötzlich nicht mehr, denn das Baby schläft da nun usw.

    Hallo Andromeda,

    ganz lieben Dank für deine Antwort und Verzeihung für meine verspätete Antwort.


    Das beruhigt mich das unser Arbeitspensum mit zwei quirligen Bengalen vereinbar ist.

    Kombiniert mit ausreichend Beschäftigung natürlich.


    Gut zu wissen das zwei Wochen reichen sollten, ich denke zu Beginn wird sicherlich mein Partner zur Mittagspause noch heimkehren und abends früher Feierabend machen um nach dem Kitten zu sehen.


    Zur Eingewöhnung werden Sie voraussichtlich fast die ganze Wohnung begutachten können, da wir im Obergeschoss einen offenen Flur haben, der direkt zum Wohn-Essbereich führt und davon wiederum eine Wendeltreppe ins Untergeschoss führt mit großem Flur, ich denke das reicht erstmal zum Erkunden.

    Mal sehen was die Zukünftigen davon halten werden.


    Für die Wendeltreppe muss ich mir auch noch eine ansehnliche und sichere Lösung ausdenken, für Katz und Baby. Denn das Geländer ist wie ein Kreis am Rand des Wohnzimmers mit Gitterstäben, wodurch eine Katze sich liebend gerne durchquetscht und dann geht es eben ein Stockwerk tiefer.


    Ich dachte an ein Netz oder etwas schöneres wie Bambus, es sollte etwas Flexibles sein, da es wie beschrieben eine Rundung ist, hm ich durchforste diesbezüglich auch nochmal das Forum. :/


    Danke für deine schöne Beschreibung in Punkto Familienzuwachs und *Schulter Klopf* wie Ihr das gemeistert habt und noch meistert. :thumbup:


    Auch wenn es komisch klingt deine Erfahrung beruhigt mich, da es sicherlich erstmal unangenehm ist, aber Ihr dafür eine Lösung gefunden habt, auch wenn Sie immer noch hin und wieder markieren, hat es sich grundlegend zum Guten gewendet. Ich bin dennoch gespannt wie es mit eurem zweiten Kind wird.


    Ich nehme deine Erlebnisse mit als, so ist die Traumvorstellung, so kann es auch werden mit.

    Ich habe mich nochmal hinterfragt nachdem ich deinen Beitrag gelesen habe.

    Wäre ich bereit mit unangenehmen Problemen umzugehen? Nachdem ich die hier beschriebenen Beiträge zum Verhalten/Probleme durchwälzt habe, kann ich sagen Ja bin ich.


    Da ich aber auch bereits schon vieles von unserer damaligen Hündin gelernt habe, auch wenn mir klar ist Hund und Katz zwei verschiedene Tiere sind, ich habe manchmal das Gefühl sie ähneln sich sehr und wie du schon sagst du hast das Gefühl Hunde zu haben statt Katzen.


    (Unsere Hündin war ein Sturkopf und hat uns drei Jahre konsequente Erziehung und Nerven gekostet, gefühlt viele graue Haare lach, aus Ihr wurde dann aber eine zuverlässige Begleiterin die noch immer Ihren eigenen Kopf hatte und diesen gelernt hat uns mitzuteilen)


    Die Herausforderung wird für mich sicherlich wie bringe ich das einer Katze bei oder wie reagiere ich am besten, wenn Katz sich so verhält, ich glaube ich werde viel von Katz lernen 😊.

    Und das schöne ist was mir auch gefällt die Katz hat auch Ihren eigenen Kopf. :)

    Darauf freue ich mich jetzt schon.


    Ich denke von vornerein die kleinen nicht zu Verwöhnen mit zu viel Aufmerksamkeit wird sicherlich eine Herausforderung für mich, ich würde mich bemühen den Mittelweg zu finden.


    Liebe Grüße Innerzarge

    Hallo Darinala,


    Danke für deine Antwort.


    Lach ja ich hätte jetzt bereits Lust die Wohnung Katzentauglich einzurichten, es kribbelt in den Fingern. Wobei ich natürlich erstmal die Füße still halte :)


    Ja das klingt sehr entspannt.8)


    Das ist ein guter Rat, im vornerein zu überlegen wohin dürfen Sie, wo wäre Ihr Bereich als Rückzugsort, die Gedanken mache ich mir bereits,wobei ich auch nicht alles bedeneke.

    Den Tipp mit dem zukünftigen Kinderzimmer als Tabu zu bewahren, nehme ich gerne mit, denn wo du es so schreibst klingt es logisch, doch ich glaube ich hätte nicht gleich daran gedacht, sondern erst später.

    Sehr guter Rat danke:thumbup::)


    Liebe Grüße Innerzarge