Worauf achten bei der Wahl des Züchters? Ideensammlung

  • Vorweg: Dies ist hier kein Beitrag, der die Qualität aller Züchter anzweifelt, sich über sie „erheben“ oder sie zurechtweisen will. Er soll lediglich eine grobe Orientierung bieten, damit man sich bei der Wahl „seiner“ Traumleoparden etwas sicherer fühlt. Klickt euch über das Mini-Inhaltsverzeichnis zu den einzelnen Unterkategorien, die euch interessieren oder lest es als „Gesamtwerk“.




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    Das Feld der Bengal-Züchter ist in Deutschland, der Schweiz und Österreich in den vergangenen Jahren stark gewachsen.


    Viele sind im Internet präsent. Man findet sie auf diversen Verkaufsplattformen, viele geben auf eigenen Homepages erste Eindrücke.


    Doch wie findet man nun aus der Flut der Angebote „seinen“ Züchter?
    Hier einige Tipps, die wir euch mit an die Hand geben wollen:


    1) Die Qual der Wahl


    Je nachdem, was euch liegt, habt ihr über Mundpropaganda, durch Facebook, die google-Suche oder ähnliches von Züchtern erfahren. Schaut euch grundsätzlich mehrere Zuchten an, um ein Gefühl dafür zu bekommen, worin sie sich unterscheiden und wo euer Bauchgefühl am ehesten zugesagt hat.


    Entweder seid ihr schnell entschlossen und vereinbart direkt einen Besichtigungstermin oder ihr durchforstet nun alles, um Informationen über diesen Züchter zu erfahren.


    Für einige ist es wichtig, dass der Züchter möglichst nah wohnt – doch auch hier gilt: Unbedingt eine weiter Zucht anschauen. Letztendlich sichert ihr mit eurem Kauf den Fortbestand der Zucht, da Nachfrage besteht. Ein weit entfernter Züchter sollte auch gut überlegt sein, da man eine größere Reisezeit einplanen muss und dass der Züchter euch eventuell mehr als 2 Mal sehen möchte.




    2) Das Ziel der Zucht: Hauptsache gesund?


    Exemplarisch habe ich hier zwei Zuchtziele von Züchterseiten ausgewählt.
    bengalen-forum.de/attachment/265/
    Genannte Zuchtziele sind dort (1) gesund, (2) verschmust/menschenbezogen/ verspielt, (3) gut sozialisiert, (4) charakterlich gefestigt.


    Es stimmen sicherlich alle zu, dass dies wichtige Faktoren bei einer Katze sind, die uns einen großen Abschnitt im Leben begleitet. Allerdings sind dies in meinen Augen doch eher übergeordnete Ziele, die auch irgendwie selbstverständlich sind. Kranke Tiere, die vor Menschen weglaufen und mit keinem Artgenossen zurecht kommen? – Selbstverständlich ein Unding, wenn auch nicht unmöglich.Zudem sind diese Ziele eben auch auf alle anderen Rassen übertragbar, ganz unabhängig von der Bengalkatze.
    Die Rasse der Bengalkatzen bietet doch sehr viel mehr Vielfalt. Ob riesige Rosetten oder eher fein getupft, ob kurz oder langhaarig – ganz abgesehen von der „Farbgebung“. Hier kann man seine Zucht von den anderen abgrenzen. Der Rassestandard besagt einfach mehr, als dass diese Katze einfach sehr hübsch, außergewöhnlich oder wild aussieht. Hier ein Beispiel, bei dem bengaltypische Merkmale als Zuchtziele genannt werden:
    bengalen-forum.de/attachment/266/



    Ich denke, dass es durchaus dazugehört zu wissen, welche bengaltypischen Ziele man mit seiner Zucht verfolgt. Süß wie nix Gutes sind sie ja alle :)



    3) Termin vereinbaren und die Zucht vor Ort anschauen


    Nimm dir für deinen Besuch Zeit mit, um deinen Züchter Löcher in den Bauch zu fragen, dir den Lebensraum der Eltern anzusehen (hier wachsen dann auch deine Kitten auf!) und dir Unterlagen zeigen zu lassen. Grundsätzlich geht man natürlich davon aus, dass die Angaben, die man im Internet finden konnte und die man bei Vorgesprächen erfahren hat, auch stimmen.
    Stutzig werden sollte man durchaus, wenn die angepriesenen Wohnzimmerkitten mit Familienanschluss im separaten Raum nebenan oder im Keller besucht werden können, Muttertiere weggesperrt wurden, man nur einen Teil der Bengalfamilie sieht etc.


    Auch musst du dich auf Fragen der Züchter einstellen. Sie testen damit Grundwissen ab und wollen sicherstellen, dass ihre Kitten in gute, verantwortungsvolle Hände kommen.


    Selbst nach dem Kauf sollte dich ein Züchter mit seinem Wissen zur Seite stehen, wenn du doch noch Fragen hast. Auch wenn deine Katze einmal krank ist, kann er dir meist wertvolle Tipps geben.



    4) Das Abgabealter der Kitten / Ein Kitten allein?


    Zumindest in Deutschland gibt es bisher keine gesetzliche Regelung über das Abgabealter von Kitten, was mich hier bei der Recherche sehr gewundert hat, liest man doch im Internet viel, dass eine Abgabe unter 8 Wochen laut Tierschutzgesetz nicht erlaubt sei. In der Hundeverordnung gibt es z.B. eine Festsetzung des Abgabealters auf mindestens 8 Wochen.
    Nichtsdestotrotz ist jeder seriöse Züchter an die Zuchtrichtlinien seines Vereins gebunden. Diese geben an, dass die Kitten nicht vor der 12. Woche abgegeben werden dürfen.


    Die ersten 3 Monate im Leben der Kitten sind die wichtigsten, denn dort findet die Sozialisierung/ Sozialisation der Kitten statt. Diese funktioniert im Familienverbund einfach am besten. Die Kitten lernen und festigen den Umgang mit Artgenossen, wie und was man frisst, wie der Toilettengang funktioniert. Es lernt durch das Muttertier Grenzen kennen, lernt wie es mit Angst oder Frust umgeht. Der Mensch als Sozialpartner tritt das erste Mal bewusst in den Fokus. Möglichst viele positive Eindrücke sind hier immens wichtig, dass sich euer Kitten zu einem möglichst selbstbewussten, neugierigen und geselligen Individuum entwickelt.


    Als letztes soll nicht unerwähnt bleiben, dass besonders Kitten, aber auch die Mehrzahl erwachsener Katzen Artgenossen brauchen. Ein Mensch ist toll, allerdings putzt er keine Ohren, leckt nicht das Hinterteil sauber, wenn doch mal was übersehen wurde, fetzt nicht über alle Möbel. Er macht keine katzentypischen Bewegungen und ersetzt einen Artgenossen nicht.


    Viele Züchter geben ihre Kitten nicht in Einzelhaltung ab, weil sie sich der sozialen Auswirkungen bewusst sind und die Geselligkeit durch die eigene Zucht kennen.




    5) Gesundheit der Bengaleltern und ihrer Kitten


    Ich möchte an dieser Stelle nochmals explizit auf das Thema „Gesundheit“ eingehen. Wie bereits so oft geschrieben: Grundsätzlich hält jeder seine Tiere für gesund.
    Über die Ernährung mag man sich noch streiten – Ob Trockenfutter als Hauptfutter nun die gesunde Lösung ist, bezweifle ich persönlich, das muss jedoch jeder für sich selbst klar kriegen ;-)


    Außer Frage steht aber, dass Züchter sich um die Vermeidung von Erbkrankheiten bemühen (sollten). Erbkrankheiten kommen bei Bengalen durchaus vor, allerdings soll auch nicht der Eindruck entstehen, beinahe die Rasse sei „verseucht“.
    Exemplarisch will ich nur ganz kurz auf HCM (hypertrophe Kardiomyopathie) und PKD (Polycystic Kidney Disease) eingeht.


    Ersteres ist einfach gesagt die Verdickung der Herzmuskulatur einer Herzkammer und führt zu einem frühzeitigen Tod. HCM kann nicht durch bloßes Abhören festgestellt werden, ein Herzultraschall beim Spezialisten bringt eine gesicherte Diagnose. Im Zusammenhang mit diesem Ultraschall kann auch auf PKD untersucht werden, um auszuschließen, dass sich Zysten im Nierengewebe gebildet haben, die zu Nierenversagen führen können. Weitere Informationen zu diesen und weiteren möglichen Erkrankungen findet ihr hier: Bethari Bengalen aus Hessen und Sachsen- Gesundheit - Information zu verschiedenen Katzenkrankheiten


    Elterntiere können diese Erkrankungen weitervererben, weshalb natürlich empfohlen wird, die Tiere aus der Zucht zu nehmen. Ein minimaler Prozentsatz von Züchtern hält sich leider nicht daran. Verständlich ist, dass man für einige Zuchttiere viele tausende Euro investiert hat und vielleicht noch vor der ersten Deckung stellt sich heraus, dass das Tier an HCM oder PKD erkrankt ist – da bleiben noch die Kosten für die Kastration und Feierabend. Das zählt zu den Risiken der Züchter. Viele studieren deshalb die Stammbäume potenzieller Zuchttiere aufs Genaueste, bevor sie die Zucht bereichern. Susanne Wamper verwaltet derzeit für den deutschsprachigen Raum die Liste zu HCM-positiv geschallten Tieren:


    Scheut euch nicht, euch die Stammbäume der Elterntiere zeigen zu lassen, ebenso die Gesundheitszeugnisse (Herzschall, etc.). Züchter, die diese Untersuchungen gemacht haben, zeigen euch mit Sicherheit gerne die Ergebnisse.


    Gehen wir nun davon aus, dass die Elterntiere eurer Kitten soweit gesund sind. Vor der Abgabe müssen die Züchter die Kitten gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche impfen. Dieser „Impfrhythmus“ (häufig 8. und 12. Woche) muss auch abgeschlossen sein! Als letztes geben die Zuchtrichtlinien vor, dass die Katzen frei von Parasiten sein müssen – hier reicht oft die mehrfache Entwurmung aus, die auch im Impfpass wiederzufinden ist.


    Leider legen bisher noch nicht alle Vereine durch die Zuchtrichtlinien fest, dass Kitten mit einem tierärztlichen Gesundheitszeugnis abgegeben werden müssen, das nicht älter als 3 Tage ist und den aktuellen Gesundheitszustand beschreibt.


    Vielleicht lässt sich mit den Züchtern, die nicht der TICA angehören, ein Deal schließen: Jeder Züchter bestätigt ja, dass seine Kitten definitiv gesund sind. Demnach würde eine Untersuchung dies nur bestätigen. Fällt die Untersuchung also negativ aus (alles gut, das Tier ist gesund), könnte der Käufer die recht geringen Kosten selbst tragen. Fällt die Untersuchung positiv (Das Kitten ist erkrankt/ nicht auszugsbereit) aus, würde der Züchter die Kosten tragen und müsste das Tier zunächst gesund pflegen.


    Dass Katzen auch einmal krank werden, ist ganz normal und lässt sich in einer Zucht genauso wenig vermeiden, wie das bei uns privat passieren kann. Eine Zucht, bei der es einen Parasitenbefall gibt, ist demnach nicht sofort ungepflegt oder unseriös.




    6) Der Preis


    Dass Rassekatzen ihr Geld kosten, ist den meisten schon bewusst. Auch Bengalen bilden nicht das obere Ende der Rassekatzenpreise, sind aber schon recht teuer. „Sparen“ sollte man hier jedoch nicht – auch wenn es tolle Lockangebote für 400-600€ gibt.
    Die Kosten der Züchter sind durchaus beachtlich:


    - Vereinsbeiträge, Stammbäume
    - Anschaffungskosten der Zuchttiere
    - Ausstattung (Stabile Kratzbäume, Transportboxen, Einrichten der Räumlichkeiten, evtl. Außengehege, Laufräder, Spielzeug, etc.)
    - tägliche Kosten (Futter, Streu)
    - Tierarztkosten (bei Erkrankungen; Entwurmung, Impfung, Chip, Gesundheitszeugnis)
    - Vorsorgeuntersuchungen für HCM & PKD liegen z.B. bei etwa 150€ - und das jährlich. Hinzu kommen Fahrtkosten, da nicht jeder einen paw-peds zertifizierten Arzt in der Nähe hat. Zudem gibt es weitere Erbkrankheiten, auf die getestet werden kann.
    - evtl. Kosten für eine Fremddeckung, sofern kein eigener Deckkater vorhanden ist.
    -evtl. Ausstellungskosten, damit die Elterntiere Titel tragen




    Am Ende sollte auch berücksichtigt werden, dass die Zucht auch eine Dienstleistung ist – gut gemacht, mit Herz und Verstand manchmal unbezahlbar.


    Preise für Liebhaberkitten belaufen sich auf etwa 800-1200€, ältere Tiere sind etwas günstiger.




    7) Die Krux mit den Allergiker-Katzen


    Als letztes und für mich auch ein persönliches Thema: Bengalen sind allergikergeeignet. Leider doch auf einigen Züchterseiten zu lesen, obwohl viele bereits negative Erfahrungen machen durften, weil die Kitten bereits nach wenigen Wochen oder Monaten in ein neues Heim vermittelt werden sollten, da nun eine Allergie vorlag.
    Auch wir sind so zu den Bengalen als Rasse gelangt. Katzenallergien sind auf verschiedene Proteinüberempfindlichkeiten zurückzuführen. Beispielsweise werden im Speichel enthaltende Proteine durchs Putzen auf die Haare übertragen. Diese Haare schwirren dann durch die Luft, setzen sich überall ab. Einer Allergie kann man demnach nicht aus dem Weg gehen. Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, die besser oder schlechter helfen.


    Es gibt diverse Halter, die sich Bengalen trotz einer Allergie halten, weil sie entweder auf ihre Tiere tatsächlich nicht reagierenoder sich durch die Haltung stetig selbst desensibilisieren. Ebenso läuft es bei uns. Mein Mann zeigte beim Züchter (trotz gut 3 Stunden Aufenthalt) keine Symptome – als sie dann die ersten 2 Tage da waren, reagierte er mit recht heftigem Asthma. Zunächst dachten wir an Abgabe, haben uns letztendlich (auch nach vielen Tränen) dagegen entschieden. Auch nach 1 ½ Jahren hat er noch Beschwerden, außerdem tauchten andere Allergien wieder auf, die er aus Kindheitstagen noch kennt, aber eigentlich weg waren.


    Man sollte definitiv nicht davon ausgehen, dass Bengalen grundsätzlich keine allergischen Reaktionen hervorrufen und sich Allergien nicht verschlechtern. Besonders Kindern zuliebe sollte man also von einer Anschaffung absehen. Erwachsene können die eigene Belastbarkeit gut einschätzen und sind für ihre Gesundheit selbst verantwortlich – bei wem das Asthma deshalb also vielleicht chronisch wird, hat selbst schuld. Bei Kindern sollte man es nicht darauf ankommen lassen.



    So - und nun viel Spaß bei der Wahl des Züchters! :)

  • Hallo Nala,
    ich finde Deinen Text gut
    und hätte wieder nur zu erwähnen, nimm bitte die Patella- Luxation bitte mit rein. Sie ist eine Erberkrankung
    patella Luxation (PL): Die
    Kniescheiben springen heraus, man unterscheidet verschiedene Grade.
    Diese Erkrankung ist äußerst schmerzhaft für die Tiere und wird in
    schweren Fällen operiert. Hormonelle Einflüsse wie zB Rolligkeiten und
    Geburten dehen die Bänder zusätzlich und die Kniescheiben springen noch
    eher, eine Kastration kann bei einer leichten PL helfen und ggf muss das
    Tier nicht operiert werden. Die Untersuchung auf PL können die meisten
    Tierärzte durchführen. (Vererbung über Schwellenwert, Test beim Tierarzt
    via Untersuchungen)



    Progressive Retina Atrophie (PRA): die Netzhaut schrumpft. Folge: völlige Erblindung mit 3-5 Jahren
    (Vererbung rezessiv, Test beim Augenarzt oder per Gentest dabei ist derzeit nur die CEP290 Mutation testbar)



    Polyzystische Nierenerkrankung (PKD): Zystenbildung an den Nieren führt letztendlich zu Nierenversagen
    (Vererbung dominant, Test via Ultraschall)


    Zitat aus:"http://www.ingale-bengalen.de/neu/bengal-erbkrankheiten.html"


    Ich hatte meinen Züchter im übrigen gefragt, ob diese PL bei seinen Katzen bekannt sei...Bei Besichtigung und mehren Schnupperbesuchen,er verneinte.Man hat per Vertrag ein halbes Jahr Zeit bei Erkrankung das Tier zurückzugeben. Ein paar Züchter zählen halbes Jahr per Geburt andere nach Datum der Abgabe.


    Schön geschrieben.
    Gibt es eigentlich sowas wie Kontakt zu Züchtern ,die auch Deine Mühe lesen...
    Gruß i.A. Carlo

  • Ich bitte im Rückmeldung

    Ich trau mich nicht! <X


    Ich war jahrelang im Vorstand eines Rassehunde-Züchtervereins, hatte selbst immer Rassehunde (Sheltie und Collie), habe Ausstellungen organisiert, Zuchten begutachtet, Züchter privat gekannt und begeisterte wie auch frustrierte Kunden kennengelernt etc. pp.


    Meine Erfahrung ist: Je professioneller eine Zucht aufgezogen ist, je bunter die Webseite, je vollmundiger die Versprechen, desto kritischer sollte man hin sehen.
    Und wenn ich das so vergleiche, dann machen auf mich die Katzenzüchter mit Sicherheit keinen seriöseren Eindruck, als die Hundezüchter...


    Wie genau man hinsehen sollte, das hängt ganz von den eigenen Absichten ab.
    Möchte ich ein Tier zur Zucht erwerben, dann versteht es sich von selbst, dass es eigentlich meine Sache als Kunde ist, den Züchter des Tiers und die Elterntiere in's Detail zu prüfen, sich deren tierärztliche Bescheinigungen zeigen lassen, und selbst dann kann man nicht sicher sein. Eigentlich müsste man sich auch über die Entwicklung der Würfe aus vorherigen Verpaarungen der Elterntiere erkundigen, wenn man sicher sein möchte.


    Bei einem Liebhabertier ist das so eine Sache...
    Es gibt Leute, die (berechtigterweise) bei den aufgerufenen Preisen ein gesundes Tier ohne Erbkrankheiten erwarten.
    Dafür sind die Absichtserklärungen der Züchter (mündlich oder auf deren Website) völlig irrelevant. Wenn man auf Nummer sicher gehen will, dann müsste man auch die Eltern so akribisch prüfen, als würde man züchten wollen.


    Wenn man sich natürlich sagt: "Jetzt ist das Tier einmal geboren, ich werde mich drum kümmern und entschädige den Züchter für seinen Aufwand, wird schon gut gehen...", dann ist auch das eigentlich auch egal. Dann kommt's eigentlich nur noch drauf an, dass die Katze einen Stammbaum hat (als Beleg dafür, dass sie wirklich reinrassig ist), einen Impfnachweis und ein tierärztliches Zeugnis hat (als Nachweis dafür, dass die Katze zum Zeitpunkt des Kaufs gesund ist) und dass sie handzahm ist (als Nachweis dafür, dass die Katze nicht zum Verkauf aus dem Hasenstall geholt wurde).


    Aber es soll ja auch Leute geben, die eine "Rassekatze" selbst dann noch für richtiges Geld kaufen, wenn sie ohne Papiere kommt und nicht handzahm ist... da wüsste ich gar nicht, worauf überhaupt noch zu achten wäre.
    Es sollten alle Beine dran sein! :rolleyes:

  • @Oskar ich fall gleich von der Couch... Daumen hoch für den Text :-)
    Ich kann nur von mir ausgehen, unser Züchter hat uns alle Papiere der Eltern von Simba gezeigt. Alle seine Kitten würden sich von der Gesundheit her zum züchten eignen, alle seine Katzen und Kater sind frei von jeglichen Erbkrankheiten. Das war mir persönlich sehr wichtig.
    Warum sollte auch das Liebhabertier schlechtere Gene haben? Ein seriöser Züchter legt auf Gesundheit wert.
    Klar ist dann so ein Kitten nicht ganz so billig aber immer noch günstiger als wenn ich es als Zuchttier kaufe (das wird vertraglich geregelt, dass kastriert wird und blueslip wird dann zugeschickt) ;-)


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  • Liebe Murmel,
    Pl ist mit Schwellenwert vererbbar.
    Also dominant und rezessiv.das ist doch das Böse. d.h. Großeltern positiv und dann wird es ein "kann haben"-Spiel
    Bengalen lassen sich genetisch relevant mit 3- 4 jahren deutlich testen.Dieser Test ist leider teuer und die meißten Katzeneltern unter 3 Jahre.
    Ja Carlo ,war im 7. Monat ...... :dodgy:

  • Alle seine Kitten würden sich von der Gesundheit her zum züchten eignen

    Der "Fall Carlo" zeigt, dass so eine Aussage eigentlich schon unseriös ist, denn ob sich eine Katze formal zur Zucht eignen würde, das lässt sich erst unmittelbar vor dem Deckakt sagen.


    Und in einem Fall wie Carlo müssten eigentlich die Eltern und alle von ihnen geworfenen/gezeugten Nachkommen nachträglich gesperrt werden.
    Passiert aber in der Regel nicht! Im Gegenteil, es wird nicht selten sogar noch vertuscht! Und solange die Tiere nicht selbst betroffen sind wird sogar weiter mit ihnen gezüchtet, man wird bestenfalls die gleiche Verpaarung vermeiden.


    Warum sollte auch das Liebhabertier schlechtere Gene haben?

    Warum sollte ein Liebhabertier einen niedrigeren Preis haben?

  • @Murmel, :)


    ich glaube amidalas Yoshi auch. Der 7 .monat ,glaube ich, da schießt alles auch hormonell meine ich net nur Größe...Und meiner Meinung kommt dann die "Missproportionen mal Masse +beschleunigung+Veranlagung zu diesen fatalen Ausfallserscheinungen.
    Vorher sind sie noch weitgehndst kompakt...


    @Oskar
    stimme Dir voll und ganz zu :exclamation:
    habe die Züchterverbände alle informiert. Seine Mama ist kastriert seine 3 Geschwister alle gesperrt. wovon mittlerweile nur noch 2 leben und der Vater seit sept 2015 nicht mehr auffindbar weder im Netz noch in der "Zuchtkarte" X(
    Im übrigen habe ich nie ein Antwort erhalten. Soviel zu Deinem Wissen Isses bei Katzen nich anders

  • das Zuchttier hat deswegen einen höheren Preis da man beim Kauf die Arbeit des züchters mitbezahlt, das Tier ist sozusagen geschützt, wie beim Copyright das Tier wird immer den Namen des zwingers tragen

    Das ist beim Liebhabertier nicht anders, der Züchter hat für alle Tiere die gleiche Arbeit.
    Wenn dir Einer ein Liebhabertier ohne Papiere verkauft hat, dann hat er dich über's Ohr gehauen!


    Der Gedanke ist eigentlich ein ganz anderer:
    Genetisch sind die Jungen eines Wurfs eben nicht identisch!
    Jedes entspringt einer anderen Eizelle, von einem anderen Spermium besamt.
    Der Gedanke der Zucht besteht in der manuellen genetischen Auslese, d.h. eigentlich sollten die "schönsten und gesündesten" zur Zucht weiter verwendet werden (und sind deshalb entsprechend wertvoll, die "Auslese" eben), die "Aussortierten" geht dann "preisgesenkt" an Liebhaber.
    Das absurde bei den Rassekatzen ist, dass aufgrund der Nachfrage bereits die Liebhabertiere zu Preisen verkauft werden, die eigentlich für ein Zuchttier angemessen wären und die Zuchttiere dann für ein Vielfaches.
    Dass ein Tier durch Kastration nachträglich "entwertet" wird bzw. (wie im Kaufvertrag von meinem Kater) durch Verwendung in einer Zucht nachträglich "aufgewertet", das ist ... :whistling: !

    Wenn du nicht mehr das faulste Wesen im Haus sein möchtest, schaff dir eine Katze an!

    Einmal editiert, zuletzt von Oskar ()

  • @Oskar schon klar dass der Züchter die gleiche Arbeit hat... Ich kann aber mit dem Liebhabertier nicht züchten, der Name des Zwingers hört beim Liebhabertier auf, da es sich nicht fortpflanzen kann.
    Wie kommst du darauf, dass mich jemand über's Ohr gehauen hat?


    Gesendet von meinem HUAWEI RIO-L01 mit Tapatalk

  • Guten Abend!


    Grundsätzlich darf sich jeder angesprochen fühlen - ich denke, dass sich hier Züchter wie Interessenten wiederfinden werden, auch wenn es (beabsichtigterweise) aus der Sicht der Käufer geschrieben ist.


    Ich denke, es ist nicht verkehrt, aus dem Pool der Erfahrungen eine kleine Orientierungshilfe für andere zu erstellen.
    Dass hier natürlich nie jede Eventualität abgedeckt wird, muss auch klar sein.
    Ich finde auch, dass es irgendwann sehr unübersichtlich wird und auch der Eindruck entstehen könnte, es lauere hinter jeder Züchtertür ein Wolf im Schafspelz, der genetisch völlig verkorkste Tiere unter die Ahnungslosen bringen will.
    Arschgeigen gibt es überall, da ist zusätzlich auch das Bauchgefühl und der gesunde Menschenverstand gefragt.

  • der Eindruck entstehen könnte, es lauere hinter jeder Züchtertür ein Wolf im Schafspelz, der genetisch völlig verkorkste Tiere unter die Ahnungslosen bringen will.

    Dieser Eindruck sollte nicht entstehen ... aber ... jeder sollte sich über mögliche Risiken und Fallstricke beim Kauf eines Tieres im Klaren sein!


    Der Knackpunkt ist nämlich:
    Neben den seriösen und anständigen Züchtern gibt es wirklich richtig schwarze Schafe, die Anzahlungen kassieren und nie ein Tier liefern (was total übel klingt, aber gemessen am finanziellen Schaden regelrecht ein Schnäppchen ist im Vergleich zu einem Tier mit einer Erbkrankheit), er gibt "geschickte Vermarkter", die auf den ersten Blick total seriös wirken, aber in Wirklichkeit kaum seriöser sind, als Zoowaren-Großhändler, es gibt Züchter, die proforma alle Bedingungen einer seriösen Zucht einhalten, aber trotzdem aus verschiedenen Gründen (z.B. schlechte Wahl der Verpaarungen oder mangelhafte Sozialisation) Anlass zu Vorsicht geben und es gibt auch Züchter, die proforma nicht unbedingt die Bedingungen einer seriösen Zucht einhalten, aber trotzdem (oder vielleicht gerade deswegen) wunderschöne, gesunde und ganz liebe Kätzchen groß ziehen.
    Es gibt die ganze Palette!


    Wenn ich den Züchter vorher nicht persönlich gekannt habe und auch keine seiner bisherigen Kunden kenne, an der Internet-Seite, an den "Zuchtzielen" und bei einer kurzen (vorher verabredeten) Besichtigung der Zucht kann man sie kaum voneinander unterscheiden.
    Und wenn man sich nicht damit auskennt, dann sind auch vorgelegte Papiere nur bedingt nützlich...


    Gerade bei Katzen, die über "Reservierung mit Anzahlung" verkauft werden, ist Betrügereien Tür und Tor geöffnet.
    Da wundert es mich, dass die Zuchtverbände das überhaupt in dieser Form erlauben.
    Ich persönlich würde JEDEM davon abraten, eine Anzahlung ohne entsprechende Sicherheit zu leisten ... und ein Blatt Papier mit einem Versprechen eines Züchters ist nun mal keine Sicherheit!


    Und das Thema "Sozialisation beim Züchter" ist meines Erachtens auch recht heikel...
    Viele Züchter halten die Katzen in einem separaten Zimmer und sind eben nicht immer dann zur Stelle, wenn die Tiere gerade mal wach sind. Wenn so ein Züchter die Tiere frühestens mit 12 Wochen abgeben will, dann sind das 6 Wochen Fehlsozialisation, denn ab der 6. Woche nehmen die Tiere recht bewusst ihre Umwelt und ihre Spielgefährten wahr.
    Diese Katzen haben Menschen nur zum Füttern, Kloputzen und mal kurz mit einem Federbusch spielen erlebt, da darf man sich nicht wundern, wenn das für den Rest des Katzenlebens prägend wurde.


    Das Thema "Sozialisation" wird aber häufig auch durch die Käufer unterschätzt.
    Ich bin der Meinung, dass man jedem Käufer einer Katze (genau wie beim Hund) nahelegen sollte, das Tier zeitlich so zu kaufen, dass man mindestens in den ersten 4 Wochen Urlaub hat und zuhause ist, um immer da zu sein, wenn das Tier wach wird und Kontakt sucht!

  • Neben den seriösen und anständigen Züchtern gibt es wirklich richtig schwarze Schafe, die Anzahlungen kassieren und nie ein Tier liefern

    Nach 2 Jahren zum Thema Bengalen hab ich das so noch nie lesen können. Weder hier, noch in diversen Gruppen - und da sickert ja echt alles durch. Dieser Prozentsatz muss so minimal sein...



    es gibt Züchter, die proforma alle Bedingungen einer seriösen Zucht einhalten, aber trotzdem aus verschiedenen Gründen (z.B. schlechte Wahl der Verpaarungen oder mangelhafte Sozialisation) Anlass zu Vorsicht geben und es gibt auch Züchter, die proforma nicht unbedingt die Bedingungen einer seriösen Zucht einhalten, aber trotzdem (oder vielleicht gerade deswegen) wunderschöne, gesunde und ganz liebe Kätzchen groß ziehen

    Warum sollte ich jemanden unterstützen, der nicht die einfachen und sehr sinnvollen Regelungen der Vereine unterstützt? Unter diesen Züchtern dann diesen einen zu finden, der es ohne Papiere, ohne Regelwerk trotzdem mindestens so gut macht, wie der gute, seriöse Züchter, der uns so vorschwebt? Das halte ich für so wahrscheinlich wie den 6er im Lotto.
    Natürlich garantiert dir ein eingetragener Züchter nicht automatisch Qualität, einer, der nicht eintragen ist aber noch viel weniger.



    Ich persönlich würde JEDEM davon abraten, eine Anzahlung ohne entsprechende Sicherheit zu leisten

    Ich finde es überhaupt nicht abwegig, eine Anzahlung zu leisten. Es ist die erste Verbindlichkeit, denn leider kann man sich allzu oft nämlich nicht mehr auf das Wort des anderen verlassen, ganz unabhängig vom Katzenkauf. Der Züchter "reserviert" ein Tier, es steht demnach für andere Interessenten nicht mehr zur "Verfügung". Springt der potenzielle Käufer kurz vor der Abholung ab oder meldet sich einfach nicht mehr, hat der Züchter nämlich das Nachsehen. Er muss die Tiere eventuell länger verpflegen und unterbringen, evtl. Gesundheitsgutachten sind für die "Katz" (was für ein Wortspiel!), da sie dann nicht mehr verwertbar sind. Neue Interessenten müssen aquiriert werden. Vielleicht hinterfragen die ersten, warum ausgerechnet dieses Kitten noch keinen Platz gefunden hat, das müsse ja seinen Grund haben und der Züchter hat nur die "Ausrede" vom abgesprungenen Interessenten parat.
    Dass der Züchter das Geld kassiert und weg ist, halte ich auch für sehr abwegig. Da muss man sich schon für eine sehr junge Zucht entschieden haben und gleichzeitig an gewiefte Betrüger geraten sein. Etwas Recherche zur Zucht sollte das problemlos ausschließen können.




    Viele Züchter halten die Katzen in einem separaten Zimmer und sind eben nicht immer dann zur Stelle, wenn die Tiere gerade mal wach sind. Wenn so ein Züchter die Tiere frühestens mit 12 Wochen abgeben will, dann sind das 6 Wochen Fehlsozialisation, denn ab der 6. Woche nehmen die Tiere recht bewusst ihre Umwelt und ihre Spielgefährten wahr.
    Diese Katzen haben Menschen nur zum Füttern, Kloputzen und mal kurz mit einem Federbusch spielen erlebt, da darf man sich nicht wundern, wenn das für den Rest des Katzenlebens prägend wurde.

    Auch hier möchte ich widersprechen. Wer eine Zucht besucht, erlebt wie die Tiere mit dem Züchter umgehen, wie sie mit neuen Situationen umgehen, auf fremde Menschen reagieren und wie auch der Züchter mit den Tieren umgeht.
    Wer da nicht völlig blind ist, erkennt, ob er zurückhaltende und ängstliche vor sich hat.
    Außerdem ist das Kennenlernen des Menschen als Sozialpartner auch "nur" ein Bereich - die Sozialisation durch die Familie ist ebenso wichtig und in einigen Dingen halte ich so für noch elementarer. Ich denke nur an die armen Kitten, die da den Eltern bereits mit 8/9 Wochen entrissen werden und dann am besten noch in Einzelhaltung gebracht werden - da ist bei dem kleinen Würmchen doch noch gar nichts abgeschlossen...



    Bei der zeitlichen Komponente gebe ich dir recht! Viel Zeit in der Anfangsphase halte ich auch für sehr wichtig, da man viel entdecken, lenken, leiten und mitgestalten und erleben kann. Bei uns waren es 6 Wochen, die ich mit den kleinen verbringen konnte, bis wir beide wieder arbeiten mussten :)
    Diesen Luxus hat nicht jeder, aber die 2 Wochen Sommerurlaub kann man ein Jahr lang dafür gut verwenden.

  • Oha, :-/
    ich weiß nicht , ob der Prozentsatz für unseriöse Zuchtverkäufe so niedrig ist.
    Allein ,die Tiertransporte aus den OstLändern. WurfHunde oder Katzen....


    Wir hatten beim Tierarzt im Dez alleine 3 Retriever aus unseriöser Zucht alle mußten eingeschläfert werden. Naya was solls ,Hund war eh günstig =O


    Wenn ich bei "ebay" Katzenkitten suche, stößt man doch vielfältig auf Merkwürdige oder wortkarge Beschreibungen der Tiere.


    Es spottet ,wenn man sich ein Tier holt ohne es zu besichtigen oder sich auch Mühe zu machen ein wenig nachzurecherschieren. Was ist das für eine "Cattery", in welchem Umfeld liegt sie..etc.Wieviel Personen sind im Haushalt ,Kinder, Hunde, Papageien.
    Liegt Spielzeug rum.


    Wir Menschen wählen und prüfen und wir können eben auch mit der Informationssammlung von "Bengal-Forum", Unentschlossene, viell. Unwissende eine Brücke bilden.


    Wir reden oder leben hier von einem sehr hohem Niveau der "all-inclusive-Katzenversorgung-Liebe".


    Meine haben allinclusive gebucht und Eure? :shy:

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